Erstes education quality forum in Dortmund

Bulizek, Björn; Fiedler, Manuel (2002)

 

Unter dem Motto „Wirkungen und Wirksamkeit der Neuen Medien in der Bildung" fand am 21. und 22. November 2002 das erste education quality forum (eq) im Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen statt. Rund 640 Teilnehmer waren überwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angereist, um über den Einsatz von Neuen Medien in Schule und Hochschule zu diskutieren. Experten informierten die Teilnehmer über spezielle Aspekte und Fragestellungen auf diesem Gebiet; im Anschluss an diese Vorträge folgte eine kurze Diskussion im gesamten Plenum. Dabei wurden sowohl die Komplexität des Themas als auch die teilweise sehr kontroversen Positionen einzelner Experten deutlich.

Informatik-Standort Dortmund als Veranstaltungsort

Zum Auftakt begrüßte Gerhard Langemeyer, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, die Anwesenden und erklärte: „Seit einigen Jahren konzentriert sich die Stadt Dortmund auf Kommunikations- und Informationstechnologien. Wir haben damit eine Vorreiterrolle als Informatik-Standort in NRW." Dies sei einer der entscheidenden Gründe für die Wahl Dortmunds als Veranstaltungsort gewesen, so Langemeyer weiter. Die Teilnehmerzahl sei ein deutliches Zeichen dafür, dass großes Interesse an Entwicklung und Einsatz der Neuen Medien in der Bildung bestehe. Dortmund werde sich auch weiterhin in diesem Bereich stark engagieren. Eines der Ziele sei die Verbesserung der Ausstattung der Schulen, so dass für zehn Schüler mindestens ein Computer zur Verfügung steht.

 

 

Peter Weibel, Professor für visuelle Mediengestaltung

Die Wiederbelebung des Nürnberger Trichters

Den Eröffnungsvortrag hielt Peter Weibel zum Thema "Lernlabor Gesellschaft". Seiner Ansicht nach führe die Nutzung der Neuen Medien zum "beiläufigen Lernen", denn dabei gelte: "Wir lernen immer und überall." Dies liege darin begründet, dass die Neuen Medien Wissen jederzeit und überall verfügbar machten. Deshalb sei die traditionelle Trennung von Arbeits- und Freizeit nicht mehr gegeben. Dies erfordere neue Bildungsstrategien, die das beiläufige Lernen ermöglichen. Weibel sieht in den Neuen Medien die Möglichkeit, "den Traum vom Nürnberger Trichter wahr werden zu lassen."

 

Helmut M. Niegemann, Leiter des Fachgebiets Medienkonzeption/ Digitale Medien an der TU Ilmenau

Neues Lernen durch digitale Medien

In den anschließend parallel stattfindenden Foren erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihrem individuellen Interesse entsprechend weitere Vorträge auszuwählen. Im Forum „Medialer Mehrwert: Neues Lernen durch digitale Medien" vertrat Helmut M. Niegemann in seinem Vortrag „Schlau durch Mausklicks? Bedingungen für ein effizientes Lernen mit neuen Bildungsmedien" die Gegenposition zu Peter Weibel: „Es gibt (fast) kein effektives anstrengungsfreies Lernen." Er hoffe, dass das Auditorium nicht beiläufig, sondern aktiv und konzentriert zuhören werde. Niegemann beschrieb die Wissenskonstruktion als mentale Operationen, deren „Initiierung" besonders gut gelänge, wenn das Individuum zu virtuellem Handeln angeleitet werde. Da Fragen zentraler Bestandteil der Lehrer-Schüler-Kommunikation seien, gehe er davon aus, dass dieses handlungsorientierte Lernen besonders effektiv durch eine Navigation unterstützt werden könne, die auf Fragen basiert. Niegemann präsentierte parallel zu dieser These zwei Beispiele von Programmen, die mit einer solchen Navigation ausgestattet sind, und betonte: „Solche Navigationsmittel werden zur Zeit im Großteil der vorhandenen Software nicht genutzt." Erste Erfahrungen hätten jedoch gezeigt, dass die Ergebnisse bei der Nutzung solcher Werkzeuge sehr positiv seien. Die Effizienz dieser Methode werde nun mit Hilfe von Experimenten evaluiert. Abschließend präsentierte Niegemann die Ergebnisse eines Experiments, das nachgewiesen habe, dass sich die Mensch-Maschine-Kommunikation nicht wesentlich von der menschlichen Kommunikation unterscheidet. Er zog daraus den Schluss, dass die Ausgestaltung von Lernsoftware als „menschlichem Interaktionspartner" die Motivation der Lernenden steigere.

Stefan Aufenanger, Inhaber des Lehrstuhls für Medienpädagogik an der Universität Hamburg

Im zweiten Vortrag dieses Forums stellte Stefan Aufenanger die Frage: „Lernen mit neuen Medien - mehr Wissen und bessere Bildung?". Aufenanger plädierte für „neues Lernen mit Medien" an Stelle von „Lernen mit neuen Medien". Lernumgebungen müssten zu diesem Zweck der Bedarfslage und dem Gebrauch angepasst werden. Zusammenfassend betonte Aufenanger, dass sich der effektive Einsatz „Neuer Medien" nur durch die gleichzeitige Veränderung der Bereiche „Neues Lernen" sowie „Neue Organisationen" ergeben könne. Seiner Ansicht nach müsse diese Entwicklung durch drei Personengruppen unterstützt werden: Die Machtpromoter (beispielsweise das Rektorat einer Uni) müssten die Erstellung einer geeigneten Infrastruktur (Computer, Netzwerke etc.) sicherstellen, während Fachpromoter (Informatiker, Pädagogen etc.) entsprechende Lernsoftware erstellen, die dann von den Prozesspromotern (Dozenten) eingesetzt werden müsse. Alle drei Gruppen seien dabei als aktives Netzwerk zu verstehen. Aufenanger schloss seinen Vortrag mit einem Zitat von Michael Fullan: „Der Wandel ist eine Reise und kein festgelegter Plan".

 

Heinz Ulrich Hoppe, Professor für Informatik an der Universität Duisburg

Kooperatives Lernen als Chance

Im zweiten allgemeinen Forum „Lernwelten der Zukunft" wurde der praktische Einsatz von Computern in der Lehre erörtert. Heinz Ulrich Hoppe, stellte sogenannte „Kooperationsunterstützende Lernumgebungen und Software-Werkzeuge" vor. Zunächst ging er dabei auf aktuelle und ältere Projekte ein, an denen er beteiligt ist beziehungsweise war. Dazu gehören unter anderem das NMB-Projekt „Notebook University", das sich zur Zeit in der Entwicklungsphase befindet sowie der „NIMIS classroom", der an einer Grundschule in Duisburg installiert wurde. Bei diesem Projekt wurde eine Schulklasse mit einer elektronischen Tafel und mehreren in die Tische eingebauten Computern ausgestattet. Die Computer wurden mit einer Software ausgestattet, die speziell für Grundschulkinder entwickelt wurde, die noch nicht lesen oder schreiben können. Hoppe betonte, dass dieses Modell die computervermittelte Interaktion zwischen den Schülern auf spielerische Art und Weise fördere. Nach ersten Erfahrungen ermögliche dieses Verfahren den Schülern den „nahtlosen Übergang zur computerisierten Umgebung". Ähnliches wurde auch bei der Erstellung eines „Virtuellen Hörsaals" umgesetzt. Die hier ebenfalls installierte elektronische Tafel archiviert die notierten Skizzen und Informationen automatisch. Später können diese nachbearbeitet und im Internet abgerufen werden. Eine eigens hierfür programmierte Software ermöglicht außerdem das Einfügen handschriftlicher Anmerkungen sowie die ortsunabhängige Interaktion zwischen mehreren Teilnehmern und biete somit eine „geeignete Infrastruktur für Lerngemeinschaften", wie Hoppe betonte.

Martin Wessner, Leiter des Forschungsbereichs CONCERT am Fraunhofer-Institut

Im anschließenden Vortrag widmete sich Martin Wessner der Frage: „E-Learning - Quo Vadis?". Wessner sah ähnlich wie Hoppe die Zukunft des E-Learnings in kooperativem und multimedialem Lernen. Er betonte, dass Multimedialität dabei die Nutzung verschiedener Codes (auditiv, visuell etc.) bedeute, wodurch verschiedene Sinnesorgane adressiert würden, so dass ein größerer Lernerfolg erreicht werden kann: „Dieses Potenzial kann sicherlich noch effektiver ausgeschöpft werden.".

Im Bereich des kooperativen Lernens machte Wessner außerdem auf Probleme bei der Gestaltung von Lernumgebungen aufmerksam. Die bisher vorhandenen Programme böten den Lerngruppen meist zu wenig Unterstützung. Beispielsweise seien die Chatfunktionen häufig sehr unübersichtlich, so dass die Teilnehmer die Interaktion nicht nachvollziehen können. Um diese Probleme zu lösen, sei am Fraunhofer-Institut die Software „VITAL - Virtual Teaching and Learning" entwickelt worden. Sie nutzt die Metapher eines virtuellen Raums und ermöglicht eine bessere Interaktion durch eine Rederecht-Kontrolle und Sprechblasenmetaphern. Jeder Nutzer kann sich außerdem durch ein Statusfenster sowie durch Instruktionen und verfügbare Materialien (anderer Teilnehmer) über den Fortschritt der Lerngruppe informieren. Das Fraunhofer-Institut versuche anhand dieses Prototyps sinnvolle Standards für Lernumgebungen zu entwickeln. Diese Standardisierung von Lösungen gehe deutlich voran. Insgesamt stellte Wessner fest, dass sich virtuelles und traditionelles Lernen einander annäherten: Dies lasse sich einerseits anhand der vorgestellten Lösungen zum kooperativen Lernen und zur Betreuung beim virtuellen Lernen belegen; andererseits deute die zunehmende Computerunterstützung im Klassenzimmer ebenfalls auf diesen Trend hin.

 

Peter Glotz, Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen

Von öffentlicher zu privater Bildung?

Der zweite Tag des eq-forums begann mit dem Vortrag "Wissen und Lernen im Zeichen der Digitalisierung - was bleibt von Humboldt und dem deutschen Bildungsansatz?" von Peter Glotz. Er betonte, dass die technische Basis keinesfalls die Lernziele bestimmen oder verändern solle - vielmehr müsse das Lernziel die technische Umsetzung der Lernsoftware bestimmen. „Die falsche Anwendung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien könnte die Lernziele zerstören.", bekräftigte Glotz seine These. Weiterhin stellte er fest, dass ein Nebeneinander von Präsenzlehre und E-Learning notwendig sei, da man mit E-Learning nicht alles umsetzen könne. Für Glotz gibt es eine Reihe von Personen, die eine mögliche Entwicklung der neuen Medien verhindern. Dazu gehören seiner Meinung nach „der deutsche Tafel-und-Kreide-Professor, der deutsche Powerpoint-Professor, die innige deutsche Anti-Computer-Mutter, der bilderfeindliche Wortfetischist sowie der feige Politiker, der sich nicht traut, durch E-Learning Geld zu sparen". Letzteres sei das schwierigste Problem, da ohne die notwendige Ausstattung der Schulen und Hochschulen die Nutzung der neuen Technologien natürlich unmöglich sei. Bei aller Skepsis (Glotz über sich selbst: „Manche behaupten, ich sei ein Zyniker.") sah er es jedoch als sicher an, dass sich E-Learning neben der Präsenzlehre durchsetzen werde. Wenn dies nicht in der Universität geschehe, dann mit Sicherheit neben der Universität - und zwar auf Initiative der Wirtschaft. Dies führe weg von der öffentlichen zur privaten Bildung. Beispiele hierfür gebe es heute schon in Form der „Corporate University".

 

Sherri Bealkowski, General Manager der Microsoft Education Solutions Group

SUN und Microsoft: Technische Möglichkeiten

Nach diesem Vortrag konnten die Teilnehmer erneut an verschiedenen, parallel angebotenen Foren teilnehmen. Zum Thema „Lernumgebungen - Vernetzt und mobil lernen" stellten Sherri Bealkowski (Thema: „The Computer Center in the Briefcase") sowie Hellmuth Broda (Thema: „Die Schultasche im Netz.") die aktuellen Hard- und Softwarelösungen ihrer Unternehmen vor. Der Trend geht dabei zu einem Modell, das Bealkowski als „Anytime Anywhere Learning (AAL)" bezeichnete. Ihre Vorstellung beschrieb sie wie folgt: „All students and teachers have access to PCs, Pools, Laptops etc." Dabei stehen kabellose Technologien im Mittelpunkt der neuesten Entwicklungen. Dies ermöglicht, dass die Schüler im Klassenraum umhergehen und an den jeweiligen Computern zusammen arbeiten können. Außerdem sollen Schüler und Studenten die Möglichkeit erhalten, auch von zu Hause aus über das Internet zu lernen.

Hellmuth Broda, Sun-Cheftechnologe

Broda erläuterte das Open Source-Prinzip, bei dem es jedermann möglich sei, bestehende Software kostenlos herunterzuladen und weiterzuentwickeln. Ein Ziel von Sun sei die Entwicklung von Software, deren Komponenten miteinander kommunizieren, so dass ein solches Produkt eine möglichst große Anzahl von Funktionen erfüllen könne. Dabei sei es wichtig, dass die Software verschiedener Anbieter gewisse Standards erfülle, damit die einzelnen Komponenten kompatibel seien. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die vorgestellten Technologien ein völlig neues Lernen ermöglichen könnten. Ein Teilnehmer wies wohl zu Recht darauf hin, dass die Ausstattung der Schulen und Hochschulen mit solchen Systemen wohl kaum zu finanzieren sei.

 

Mike Sandbothe, Hochschuldozent für Medienwissenschaft und Kulturtheorien digitaler Medien an der Universität Jena

Der Mensch im Umgang mit Neuen Medien

Zum Abschluss des eq-forums nahmen Mike Sandbothe und Winfried Marotzki zum Thema „Kulturelle Implikaturen" Stellung. Sandbothe ging in seinem Vortrag „Medien - Bildung - Kultur: Pragmatische Medienkompetenz im 21. Jahrhundert" auf die Vermittlung praxisorientierter Kenntnisse im Umgang mit Neuen Medien ein. Als „drei Grundpfeiler der pragmatischen Medienkompetenz" forderte Sandbothe die „systematische Entwicklung reflektierender Urteilskraft", die „grundlegende Demokratisierung der Unterrichtssituation" sowie die „nachhaltig ausgerichtete Pragmatisierung des Umgangs mit Wissen.". Anschließend erklärte er anhand eines Beispiels, wie er sich die Nutzung der Neuen Medien vorstellt: „In Jena haben wir eine Methode erprobt, mit deren Hilfe sich die Arbeit mit dem World Wide Web pädagogisch sinnvoll einbetten lässt." Im Rahmen dieser Methode wurden zu jedem zu behandelnden Primärtext von den Teilnehmern Kurzessays erstellt. Diese Essays wurden auf der Seminarhomepage veröffentlicht. Zu jedem Primärtext wurde ein Referat gehalten, wobei der Referent die Kurzessays seiner Kommilitonen (als Sekundärliteratur) in die Diskussion einbezog. Dies steigerte nach Aussage von Sandbothe die Beteiligungsrate und die Qualität der Diskussionsbeiträge. Er betonte, dass sich solche Modelle zur Vermittlung der von ihm propagierten „Pragmatischen Medienkompetenz" eigneten.

Winfried Marotzki, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik an der Universität Magdeburg

Im letzten Vortrag des Forums nahm Winfried Marotzki zur Frage „Was bedeutet es im Internetzeitalter ein Mensch zu sein?" Stellung. Er beschrieb dabei zwei unterschiedliche Szenarien: Ray Kurzweil, amerikanischer Computerexperte, sehe zukünftig die Stellung des Menschen als intelligentestes Wesen durch die Entwicklung immer intelligenterer Maschinen als gefährdet an, während Hans Moravec, Roboter-Experte und KI-Forscher, noch einen Schritt weiter gehe. Moravec sehe in der Weiterentwicklung der modernen Technologien eine Entwicklung, die letztlich dazu führe, dass sich die hochintelligenten Maschinen der Menschheit entledigen würden. Beide Positionen seien radikal und würden kritisch bewertet, zeigten jedoch, dass sich das Menschsein mit der Fortentwicklung der Neuen Medien verändern werde, so Marotzki. Dass virtuelle Räume die Position des Menschen in Raum und Zeit verändern, sei bereits heute sicher.


Neue Tendenzen und Technologien?!? - Ein Fazit

Durch die Vorträge, Diskussionen und der Ausstellung „Labor Lernwelten" wurde den Besuchern vor Augen geführt, dass eine Reihe neuer Technologien und Theorien zum Einsatz der Neuen Medien existieren. Teilweise wiesen die Referenten ebenfalls auf neue Hardware- und Softwareprodukte hin, die in der Lehre eingesetzt werden können. Im Rahmen der Diskussionen wurde jedoch oftmals die Frage nach der Finanzierbarkeit solcher „Zukunftsvisionen" laut. In der Tat lässt sich feststellen, dass fast alle der vorgestellten Projekte als sehr kostenintensiv erschienen. Das Problem der Finanzierbarkeit des effektiven Einsatzes Neuer Medien wird eines der Hauptprobleme in der zukünftigen Entwicklung sein.

Mit Blick auf Folgeveranstaltungen stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, anstelle theoretisch orientierter Vorträge und kurzer Projektskizzierungen einige in der Praxis erprobte Modelle sowie die praxisorientierte Entwicklung und den konkreten Einsatz von Lernsoftware und -hardware zu erläutern. Es ist unserer Ansicht nach wünschenswert, dass dabei gängige und geeignete Programme sowie die notwendigen technischen Voraussetzungen für die Anwendung und die Umsetzung verschiedener Lerninhalte vorgeführt und diskutiert werden. Solche Praxisbeispiele könnten den Teilnehmern Ideen und Impulse für die Entwicklung und den Einsatz eigener Lernsoftware bieten.

Die Schwierigkeit, die sich aus der schwerpunktmäßigen Orientierung dieses eq-forums auf theoretische Fragen ergibt, liegt darin, dass sich zukünftig erst zeigen muss, inwieweit sich die vorgetragenen Ansätze verwirklichen lassen, und ob alle damit einhergehenden Konsequenzen wünschenswert sind. „Der Traum vom Nürnberger Trichter", den Peter Weibel skizzierte, ist beispielsweise eine Vision, die wohl keineswegs im Interesse aller Lernsoftware-Entwickler und noch weniger der Lehrenden liegt, was im Rahmen anderer Vorträge deutlich zum Ausdruck kam. Es stellt sich die Frage, ob dieses Modell einen sinnvollen Einsatz Neuer Medien gewährleisten kann. Dies darf unserer Ansicht nach getrost bezweifelt werden.

Dies soll selbstverständlich nicht heißen, dass theoretische Hintergründe gar nicht thematisiert werden sollten. Unserer Ansicht nach ist jedoch die stärkere Berücksichtigung und Darstellung der praktischen Erkenntnisse im Bereich des E-Learnings ein notwendiger Bestandteil, um die Entwicklung von Lernsoftware voranzutreiben.

Erste Ansätze von Erfahrungsberichten im Umgang mit E-Learning kamen im Rahmen des eq-forums zwar zur Geltung (beispielsweise in den Vorträgen von Helmut M. Niegemann und Ulrich Hoppe), jedoch geschah dies zumeist eher am Rande der Theorie-Diskussionen. Es ist unserer Meinung nach sinnvoll, diese Gewichtung in zukünftigen Veranstaltungen umzukehren. Anstelle der Darstellung zum Teil visionärer Theorien wäre eine Erläuterung bereits erprobter Modellprojekte an einigen Stellen sicherlich hilfreicher.

Zurück