AutorInnen:
Zepter, Alexandra Lavinia

Aufsatztitel:
Zur Körperlichkeit der Schreibhandlung

Heftnummer:
85

Seiten:
151-168

Fragen zur (Un-)Verzichtbarkeit, zum Nutzen oder zur Funktion von Handschriftlichkeit treffen nicht nur auf ein breites gesellschaftliches und privates Interesse, sie scheinen auch die Gemüter mehr als andere Themen aufzuregen. Insbesondere da, wo es um schulische Lehr-Lern-Kontexte und in diesem Rahmen auch um Gegenüberstellungen von Hand- und Tastaturschreiben geht, zeigt sich eine Tendenz zu Polarisierungen. Worauf dieser Beitrag fokussiert, ist die Beobachtung, dass Schreib- bzw. Textproduktionshandlungen, sei es nun, dass die Hand einen Stift führt oder eine Tastatur bedient oder dass die Stimme einen Text diktiert, notwendig mentale und zugleich körperliche Prozesse sind, in denen kognitive, sensorische und motorische Aspekte zusammenspielen. Die Schreibhandlung kann in diesem Sinne zwar auf die Hand, nicht aber auf humane Körperlichkeit an sich verzichten. Dass die schreibende Person sehr wohl je nach Handlungstyp bzw. Medium und Technik auf unterschiedliche Weisen kognitiv und körperlich herausgefordert werden kann, eröffnet letztendlich auch unterschiedliche Lernchancen. Vor diesem Hintergrund scheint es aus didaktischer Perspektive eher desiderabel, unterschiedliche Techniken zu erlernen, als allein auf eine Technik als den absoluten Königsweg zu setzen.

 

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