AutorInnen:
Kammer, Stephan

Aufsatztitel:
Signatur des Individuellen. Die Tropen des Schrift-Wissens

Heftnummer:
85

Seiten:
35-59

Die Vorstellung eines individuellen, das heißt eindeutig zuzuordnenden und unverwechselbaren Schriftzugs verbinden wir heute vorzugsweise (noch) mit der eigenhändigen Unterschrift. Ihr Privileg steht aber historisch am Ende und verbleibt vielleicht als Rest einer längeren und komplexeren Beziehungsgeschichte von Individualität und Schrift, die seit der Mitte des 18. Jh.s zu einem zentralen Inventar anthropologischer Wissensbildung geworden ist. Die Genealogie dieser Beziehungsgeschichte skizziert der vorliegende Beitrag, indem er sie als Resultat von Ersetzungsverhältnissen beschreibt. Die Vertretung des Individuums durch den autographen Schriftzug folgt einer Tropik der Autographie, die heuristisch nach drei grundsätzlichen Verfahrensweisen sortiert werden kann: Synekdoche, Metonymie und Metapher.

 

Zurück