AutorInnen:
Weingarten, Rüdiger

Aufsatztitel:
Schreiben mit der Hand und Schreiben mit dem Computer. Chirographie, Typographie und Diktat

Heftnummer:
85

Seiten:
133-149

In diesem Beitrag werden drei Formen der Produktion geschriebener Sprache miteinander verglichen: Handschrift (Chirographie), Tastaturschrift (Typographie) und Diktat. Insbesondere geht es um die Frage, welche Veränderungen durch die Computerisierung dieser Schreibmodi eintreten und wie diese im Hinblick auf den schulischen Schreibunterricht zu bewerten sind. Dazu werden die bei den jeweiligen Schreibmodi erforderlichen kognitiven Prozesse betrachtet, die Formen des Erwerbs, die erzeugten Strukturen geschriebener Sprache, die schriftliche Kommunikation sowie die soziokulturellen Bedingungen des Schreibens. Die Diskussion kommt zu dem Ergebnis, dass eine Einengung des schulischen Schreibens auf das chirographische Schreiben nicht mehr vertretbar ist. Dies entspricht nicht mehr der außerschulischen Schreibpraxis und es hält die Lerner zu lange von einer Auseinandersetzung mit der orthographischen, der konzeptionellen und der kommunikativen Seite geschriebener Sprache ab. Die Schreibdidaktik sollte also nun damit beginnen, neue Lernmodelle zu entwickeln und die mit den neuen Schreibmedien verbunden Chancen zu nutzen sowie die damit verbundenen neuen Herausforderungen zu thematisieren.

 

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