AutorInnen:

Ulrich Mehlem, Maria Mochalova & Magdalena Spaude

Aufsatztitel:

Schreiben in der Herkunftssprache bei russischen und polnischen Schülern in Deutschland – graphematischer Transfer und Exploration phonologischer Differenz

Heftnummer:
83

Seiten:
173-193

In dem Aufsatz werden Daten aus dem Bielefelder Projekt LISFör diskutiert, in dem Erst- und Zweitklässler neben deutschen Verschriftungen der HAVAS 5-Bildergeschichte auch solche in ihrer Herkunftssprache angefertigt haben.  Am Beispiel der Verschriftung von s-Lauten soll untersucht werden, wie einerseits phonologische Besonderheiten der Herkunftssprachen exploriert, andererseits bekannte Strukturen aus dem Schriftsystem des Deutschen genutzt werden. Dabei wird von zwei Hypothesen ausgegangen: 1. Bereits im Deutschen erworbene Strukturen werden im Sinne einer Matrixschrift (Maas/Mehlem 2003, 2005 im Anschluss an Myers-Scotton 2006) auch für die Herkunftssprache genutzt. 2. Diese Nutzung reicht vom Pol von am deutschen Schriftsystem ausgerichteten Transferschreibungen einerseits zum Pol einer die Eigenständigkeit der Erstsprache  berücksichtigenden Differentschreibung andererseits, wobei unterschiedliche Grade der Konsistenz festzustellen sind. Der Vergleich von Schreibungen aus den ersten beiden Schuljahren soll außerdem zeigen, inwieweit sich die orthographischen Fähigkeiten in Erst- und Zweitsprache parallel entwickeln.

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