AutorInnen:
Joana Duarte, Ingrid Gogolin & Jens Siemon

Aufsatztitel:

Mehrsprachigkeit im Fachunterricht am Übergang in die Sekundarstufe II – erste Ergebnisse einer Pilotstudie

Heftnummer:
83

Seiten:
79-94

Die Notwendigkeit der Förderung von migrationsbedingter Mehrsprachigkeit ist in bildungspolitischen Diskursen kaum in Frage gestellt. In der Praxis der Schulen und Klassenräume ist sie jedoch noch immer ein Desiderat. Dabei kann es durchaus von Nachteil für die Lernenden sein, wenn der Schulunterricht vorhandene multilinguale Fähigkeiten und Potenziale ihrer Lebenswelt vernachlässigt. Einschlägige Forschungsergebnisse legen es nahe, dass durch den aktiven Umgang mit Mehrsprachigkeit kognitive Prozesse angeregt werden, die sowohl für sprachliches Lernen als auch für das Lernen im Fachunterricht nützlich sein können. Zur Vorbereitung einer Untersuchung, in der diese Annahme geprüft werden kann, wurde eine Pilotstudie mit der Fragestellung durchgeführt, ob es überhaupt möglich ist, den Gebrauch migrationsbedingter Mehrsprachigkeit im Fachunterricht so detailliert zu erfassen, dass geklärt werden kann, welche Funktionen sie für das Lernen erfüllt. Um diese methodisch fokussierte Frage zu klären, haben wir insgesamt 59 Unterrichtsstunden videographiert und dabei eine bislang nicht erprobte Methode der Datenaufzeichnung eingesetzt: die Videographie mit drei Kameras sowie die Tonaufzeichnung der Äußerungen der Lehrkraft und jedes einzelnen Schülers. Dieses Material ist die Grundlage für unseren Beitrag. Wir stellen den Stand der einschlägigen Forschung, unsere Ausgangsüberlegungen sowie erste Ergebnisse und Erfahrungen mit unserer neuen Methode vor.

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