AutorInnen:
Jürgen Erfurt & Tatjana Leichsering

Aufsatztitel:

Die Entwicklung dreisprachiger Schreibkompetenzen: Resultate aus den ladinischsprachigen Tälern Südtirols

Heftnummer:
83

Seiten:
57-77

In einer Transversalstudie, welche die Schreibproduktion am Ende der 5., 8. und 13. Klasse betraf, wurden Texte in drei Sprachen – Ladinisch, Deutsch und Italienisch – erhoben. Diese stammen aus dem dreisprachigen, sog. ‚paritätischen‘ Schulsystem, wie es in den dolomitenladinischen Tälern der Autonomen Provinz Bozen eingerichtet ist. Die Alphabetisierung findet in diesen Sprachen gleichzeitig statt. Speziell die Dimensionen der „Fluency“, der grammatikalischen Komplexität und des Wortschatzreichtums wurden analysiert. Eine Kontrollgruppe aus dem traditionellen Schulsystem wurde hinzugezogen. Es ergeben sich am Ende der obligatorischen Schulzeit keine statistisch hochsignifikanten Unterschiede zu den Texten in L1 der Kontrollgruppen. Ladinisch, als Minderheitensprache, entwickelt sich und bleibt auch am Ende der Schulzeit die dominante Sprache. Die Schreibkompetenzen in Deutsch und Italienisch sind ausgeglichen. Das Ziel dieses mehrsprachigen Schulsystems, das ausgewogene Kompetenzen in drei Sprachen (auch im Schriftbereich) ausbilden will, wird erreicht und geht nicht auf Kosten des Ladinischen.

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