Textvortrag und ästhetische Erfahrung. Ein Arbeitsbericht zur Funktion der prosodischen Schulung in der Schauspielausbildung

Autor:
Becker, Helmut

Aufsatztitel:
Textvortrag und ästhetische Erfahrung.
Ein Arbeitsbericht zur Funktion der prosodischen Schulung in der Schauspielausbildung

Heftnummer:
76

Seiten:
61-81

Wenn Sprache als aesthetikon sprecherisch gestaltet und wahrgenommen werden soll, gilt es, immer auch eine leibliche Dimension zu berücksichtigen, zumal im Zusammenhang mit der Schauspielausbildung. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass bei lesender Textaneignung nicht nur auf der Vorstellungsebene Organisationsprozesse ablaufen, sondern dass das Wirkungspotential von Texten auch auf unsere paraverbalen/sprecherischen und auf unsere extraverbalen/körperlichen Repertoires Einfluss nimmt. An Fallbeispielen wird gezeigt, wie ein literarischer Text sich umso mehr performativ und somit theatral entfalten lässt, je differenzierter er die genannten Repertoires bespielen kann. Diese an überschaubaren Textsegmenten übend erworbene Differenzierung der sprecherischen Ausdrucksmittel macht hellhöriger für die ästhetische Dimension von Sprache.

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