Stimmungen, oder: (wie) kann man über das Schöne sprechen? Das Beispiel Hugo von Hofmannsthal

Autor:
von Arburg, Hans-Georg

Aufsatztitel:
Stimmungen, oder: (wie) kann man über das Schöne sprechen?
Das Beispiel Hugo von Hofmannsthal

Heftnummer:
76

Seiten:
141-159

Für das Sprechen über das Schöne hat die Literatur in der klassisch-romantischen Tradition ein exklusives Register ausgebildet: das Sprechen der Poesie, die das Schöne in poetischen Stimmungen einfängt. Dieser Sprachmodus und die ihm entsprechende Stimmungsästhetik geraten in der Moderne in die Krise. Der exemplarische Fall Hugo von Hofmannsthals zeigt, wie um 1900 im Rückgriff auf historische Stimmungskonzepte mit ihrer Überwindung experimentiert wird. Am Beispiel des Jugendgedichts Verse, auf eine Banknote geschreiben (1890) und des lyrischen Dramas Der Tod des Tizian (1892) wird deutlich, wie Hofmannsthal in der Konfrontation von poetischer Sprache und Alltagssprache versucht, die Krise auszuhalten und so die Werte der Literatur für die Moderne zu retten.

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