Dialektgeografie im Wandel: Polystratische Sprachgeografie und variationslinguistisch basierte Areallinguistik

Autor:
Elmentaler, Michael

Aufsatztitel:
Dialektgeografie im Wandel: Polystratische Sprachgeografie und variationslinguistisch basierte Areallinguistik

Heftnummer:
71

Seiten:
17-31

Neuere Ansätze in der areallinguistischen Forschung sind darauf ausgerichtet, die für die klassische, „monostratische“ Dialektgeografie charakteristische Beschränkung auf die Basisdialekte zu überwinden, um die Sprachverhältnisse der modernen Gesellschaft adäquater reflektieren zu können. Unter dem Schlagwort einer „polystratischen“ oder „pluridimensionalen“ Dialektologie ist versucht worden, sprachliche Strata in zweifachem Sinne zu erfassen und in ihrer arealen Dimension zu beschreiben: 1) Sprachstrata als konventionalisierte Sprachgebrauchsmuster sozialer Gruppen (z. B. im „Mittelrheinischen Sprachatlas“ oder im „Atlas lingüístico diatópico y diastrático del Uruguay“), 2) Sprachstrata als Stilschichten im Wortschatz der Alltagssprache (z. B. in der „Wortgeographie der städtischen Alltagssprache in Hessen“). Eine Studie zur arealen Verbreitung von Sprachstrata im variationslinguistischen Sinne, d. h. als Sprachlagenschichtungen zwischen Basisdialekt und Standardsprache, steht jedoch zur Zeit noch aus. In dem Beitrag werden die Möglichkeiten und Probleme eines solchen Projekts einer variationslinguistisch basierten Areallinguistik ausgelotet.

Zurück