Schriftspracherwerb und Deutsche Gebärdensprache

Autor:
Leuninger, Helen & Vorköper, Marc-Oliver & Happ, Daniela

Aufsatztitel:
Schriftspracherwerb und Deutsche Gebärdensprache

Heftnummer:
67

Seiten:
27-63

Während es mannigfaltige Untersuchungen zum Schriftspracherwerb nach abgeschlossenem Lautspracherwerb gibt, ist die Frage, wie gehörlose Personen (Signer) eine Schriftsprache erwerben, noch weitestgehend ungeklärt. Wir versuchen im Folgenden, dieser Frage auf der Basis einer Fallstudie nachzugehen. Unsere Argumentation beginnt mit einer kurzen Information darüber, wie sich die Gehörlosenpädagogik in der Vergangenheit und heute den Schulunterricht vorstellt (Abschnitt 1); daran schließt sich eine Skizze der Komponenten der Deutschen Gebärdensprache (DGS) an, die für das Verständnis der spezifischen Interferenzen, die wir in unserer Fallstudie gefunden haben, wichtig ist (Abschnitt 2). In Abschnitt 3 präsentieren wir Überlegungen zur phonologischen Bewusstheit, die als kritisch für den Schriftspracherwerb gilt, und diskutieren in aller Kürze Theorien zum L2- Erwerb (Abschnitt 4). Dies ist für unseren Zusammenhang nicht uninteressant, da unser Fall des Schriftspracherwerbs ein L2-Erwerb ist. Anschließend analysieren wir exemplarisch schriftsprachliche Leistungen eines DGS-kompetenten Kindes (Abschnitt 5). Wir beenden unsere Diskussion mit didaktischen Empfehlungen.

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