Diagnose der Rechtschreibfähigkeiten

Autor:
Herné, Karl-Ludwig

Aufsatztitel:
Diagnose der Rechtschreibfähigkeiten

Heftnummer:
67

Seiten:
89-113

 

Nach einer eher testskeptischen Phase, deren Ausläufer noch bis in die 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts spürbar waren, scheint sich die insbesondere unter Lehrkräften vorherrschende ‚Testmüdigkeit‘ in jüngerer Zeit allmählich zu legen (May 2002, 44). Während standardisierte Testverfahren zur Lernstandsbestimmung in der Vergangenheit häufig abgelehnt wurden, weil sie mit ganzheitlichen Unterrichtskonzepten nicht vereinbar schienen (zusammenfassend z. B. in Marx 1997, 91ff.), kann sich in letzter Zeit offenbar eine von pragmatischen Erwägungen geleitete Sichtweise durchsetzen. Besonders neuere Testverfahren (Grund/Haug/ Naumann 1994, 1995; Landerl/ Wimmer/Moser 1997; May 2000) konnten hier Boden innerhalb der Lehrerschaft gutmachen, weil sie eine mehr oder weniger radikale Abkehr von inzwischen überholten methodischen Positionen in der Diagnostik der Rechtschreibfähigkeiten einleiteten. Die in den letzten Jahren bereits durchgeführten und in naher Zukunft noch zu erwartenden nationalen und internationalen Vergleichstudien zu schulischen Grundfertigkeiten könnten diesen diagnostischen Instrumenten einen zusätzlichen Aufschwung bescheren. Der vorliegende Beitrag versucht deshalb der Frage nachzugehen, über welche Verfahren Diagnostiker zur Zeit verfügen können und welche Vor- und Nachteile diese möglicherweise gegenüber anderen Verfahren zur Lernstandsbestimmung aufweisen.

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