Schriftwechsel

Autor:
Böhm, Manuela & Gessinger, Joachim

Aufsatztitel:
Schriftwechsel

Heftnummer:
66

Seiten:
11-48

 

Abstract
Im folgenden Beitrag unternehmen wir den Versuch, Handschrift, Graphie und Verschriftungsstrategien als diagnostische Instrumente für historische Texte einzusetzen und mit ihrer Hilfe auf sprachliches Wissen, muttersprachliche bzw. fremdsprachliche Kompetenzen und Art des Schriftspracherwerbs von Schreiberinnen und Schreibern zu schließen. Im Mittelpunkt stehen zwei Fallstudien, zum einen die Rekonstruktion des Schriftspracherwerbs anhand von Schulheften einer Familie aus dem Artland vor 1800 und zum anderen die Analyse hugenottischer Schriftlichkeit in Berlin im 18. und 19. Jahrhundert. In beiden Fallstudien erscheint die gleichzeitige Verwendung verschiedener Schriften und der damit zusammenhängende Schriftwechsel als Normalfall. Er tritt entweder als Bigraphie bei fremdsprachlichen Lexemen in deutschen Texten auf oder als graphischer Indikator beim regelrechten Wechsel in eine andere Sprache, also im Kontext von Mehrsprachigkeit.

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