Schriftpsychologie – ein Überblick über Grundlagen und Möglichkeiten der Handschriftendiagnostik

Autor:
Wallner, Teut & Gosemärker, Rosemarie

Aufsatztitel:
Schriftpsychologie – ein Überblick über Grundlagen und Möglichkeiten der Handschriftendiagnostik

Heftnummer:
66

Seiten:
135-161

Abstract
Die Schriftpsychologie ist diejenige Teildisziplin der Psychologie, die die Entstehungsbedingungen sowie die Erfassbarkeit und diagnostische Auswertbarkeit der Handschrift erforscht. Mit Handschrift bezeichnet man die nach dem Schreibakt auf der Schreibfläche zurückgebliebene Bewegungsspur. Sie besteht aus einer großen, von Schrift zu Schrift variierenden Anzahl von graphischen Variablen. Es wird angenommen, dass diese gemeinhin unbeabsichtigt produzierten Variablen Auskünfte über die Persönlichkeit des Schrifturhebers geben können. Die so skizzierte Handschriftendiagnostik ist eine Erfahrungswissenschaft. Sie hat eine recht abenteuerliche Entwicklung durchlaufen. Das hängt wohl u.a. damit zusammen, dass ihr Arbeitsmaterial zwar nicht zum Zweck der psychologischen Auswertung angefertigt wird, aber für jedermann für eine solche jederzeit zugänglich ist. Im Schatten der wissenschaftlichen Handschriftendiagnostik tummeln sich dementsprechend viele obskure Gestalten.In der Praxis zeigt es sich immer wieder, dass der Schriftpsychologe u.a. recht verlässliche Aussagen über Stabilität und Labilität des Schrifturhebers, seine Kontaktbereitschaft und -fähigkeit, seine Konflikt- und Stresstoleranz sowie sein Selbstgefühl und sein Arbeitsverhalten machen kann. Vorwiegend wird die Handschriftendiagnostik in der Personal- und Chefauswahl sowie in der Berufs-, Partner- und Lebensberatung verwendet. Dass sie auch bei der Dosierung von Neuroleptika verwendet werden kann, sei nur am Rande bemerkt.

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