Afrikanische Schriftsteller im deutschen Exil – Strategien sprachlicher Anpassung und Selbstaffirmation am Beispiel des Romans „Le Médicament” von Sénouvo A. Zinsoux

Autor:
Riesz, János

Aufsatztitel:
Afrikanische Schriftsteller im deutschen Exil – Strategien sprachlicher Anpassung und Selbstaffirmation
am Beispiel des Romans „Le Médicament” von Sénouvo A. Zinsoux

Heftnummer:
65

Seiten:
155-171

Abstract
Afrikanische Schriftsteller im deutschen Exil sind in der Regel bereits mit der Situation des sprachlichen Exils vertraut. Aufgewachsen in einer Situation sprachlicher Diglossie, in der die afrikanische „Muttersprache“ (oft sind es mehrere) neben der europäischen Amts- und Schulsprache steht, wählen sie in der Regel die europäische Sprache als literarisches Medium, halten aber auch die Verbindung zu ihrer Herkunftskultur aufrecht. In der Situation der deutschen Asylbewerber, die in einem Roman des togoischen Autors S.A. Zinsou („Le Médicament“, Paris, Hatier, 2003) dargestellt wird, geht es weiterhin darum, die kommunikative Situation zwischen Menschen verschiedener Herkunft im Asylantenheim darzustellen und sich zugleich in die neue deutsche Realität „einzuschreiben“. Die fingierte Erzählsituation des mündlichen Erzählens wird so gleichzeitig zur Analyse und zur Therapie, was in dem Titel „Le Médicament“ angesprochen ist.

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