Hueber Interactive Story Master: Dracula und Hueber Collins Cobuild Student's Dictionary

Max Hueber Verlag

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Hueber Interactive Story Master: Dracula. Ein multimediales Lernvergnügen:
Hören, Sprechen, Lesen am PC. Englisch für Fortgeschrittene. 1. Aufl., 1997. Preis: DM 49,-

Hueber Collins COBUILD Student's Dictionary on CD-ROM, 1. Aufl. 1997. Preis: DM 149,-

Der Interactive StoryMaster: Dracula beruht auf einer von Margaret Tarner adaptierten "retold version" von 1982 des bekannten Romas Dracula von Bram Stoker. Die adaptierte Version ist der Reihe Heinemann Guided Readers entnommen. Zu beziehen ist die CD-ROM wie auch das separate Programm-Modul "Student's Dictionary" über den Max Hueber Verlag, Ismaning.

1. Technisches

Die im Beiheft genannten Hardware-Anforderungen entsprechen dem augenblicklichen (Anfang 1998) technischen Standard:

  • IBM kompatibler 386er oder höher
  • 4 MB Arbeitsspeicher
  • 8 MB freier Festplattenspeicher
  • SuperVGA-Grafikkarte
  • CD-Rom Laufwerk
  • Windows-kompatible Soundkarte
  • Maus
  • Windows 3.1 oder höher.

Zur vollen Nutzung des StoryMasters bzw. der Wörterbuch-CD sind freilich auch ein Lautsprecher mitsamt Mikrofon bzw. ein Headset erforderlich.

Getestet wurde die Software auf einem Pentium® (133 MHz) mit 32 MB RAM, 8x CD-ROM-Laufwerk unter Windows 95 und einem 17-Zoll-SVGA-Monitor (mit High-Color [16 Bit]) und einer 16 Bit-Soundkarte, also einer zur Zeit (siehe oben) durchschnittlichen Ausstattung.

2. Installation

Die Installationsanweisungen befinden sich auf den Seiten 8-12 des Beihefts. Die Anweisungen sind ausführlich; das Installationsprogramm führt den User sicher durch die gesamte Installation. Im Test war die Installation beim ersten Versuch erfolgreich. Zu beachten ist jedoch, daß der StoryMaster für mehrere Anwender getrennt Übungsstände speichern kann, so daß der jeweilige User immer zu der Stelle zurückkehren kann, an der er bei der letzten Benutzung das Programm verlassen hat. Deshalb muß sich jeder Anwender unmittelbar nach dem Start beim Programm anmelden. Bei der ersten Anmeldung muß sich der User dementsprechend neu anmelden.[1] Die Kennung TESTER ist standardmäßig verfügbar und kann nicht gelöscht werden. Auf diese Weise kann mit dem StoryMaster gearbeitet werden, auch ohne konkrete Übungsergebnisse zu speichern.

Ein gewisser Nachteil besteht darin, daß das Programm ohne erneute Sicherheitsabfrage durch einfaches Klicken auf das Tür-Symbol des Hauptmenüs (cf. Abb. 1, Pos. 12) beendet wird. So gelangt der Anfänger unter Umständen versehentlich direkt zu Windows zurück.

3. Das Hauptfenster

Nach dem Starten und der Anmeldung gelangt der User in das Hauptfenster des StoryMasters. Dieses Hauptfenster zeigt bei der Lektürearbeit ein aufgeschlagenes Buch in der Fenstermitte.

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Abb. 1

An den Rändern befinden sich drei separate Symbolleisten. Da es außer dem StoryMaster Dracula noch weitere Lektüre-Titel gibt,[2] die ebenso wie das Programm-Modul Collins COBUILD Student's Dictionary[3] separat installiert werden können, sei zunächst auf die obere Leiste eingegangen, über die u.a. diese externen Module gesteuert werden.

Durch Klicken auf die sog. Verwalter-Karte (Abb.1, Pos. 1) gelangt man in das Verwalter-Menü, das in seiner rechten Spalte die installierten Lektüre-Titel aufführt, so daß man durch Klicken auf die Schaltfläche "Mount" und Einlegen der passenden CD-ROM zur gewünschten Lektüre überwechseln kann.

Durch Anklicken des "Readers"-Symbols (Abb. 1, Pos. 4) gelangt man zur Titelseite der Lektüre, zu der man im weiteren Verlauf der Lektürearbeit stets durch bloßes Anklicken des Buchumschlags auf der linken Seite zurückkehren kann; ferner kann man durch Anklicken eines Kapitelverweises auf der Inhaltsangabe zum jeweiligen Kapitelanfang vordringen. Nun kann seitenweise mit Hilfe der "Eselsohren" am linken und rechten unteren Bildrand oder den Pfeilen der unteren Symbolleiste (dem sog. Kontrollfeld) umgeblättert und der Text gelesen werden (cf. Abb.1, Pos. 7). Das Kontrollfeld enthält ebenfalls ein Abspielsymbol in Gestalt eines Lautsprechers, um die Tonausgabe zu starten bzw. anzuhalten; die Tonausgabe kann auch direkt über das im Text jedem Satz vorangestellte kreisförmige Tonsymbol (cf. Abb. 1, Pos. 6) aktiviert werden.[4]

Vor und nach den einzelnen Kapiteln der Lektüre gibt es Übungen,[5] die nach Anklicken der Übersicht bearbeitet werden können. Normalerweise sollte man diese Übungen mit Hilfe des Software-Tutors "Dr. Lang" durcharbeiten, der sich nach kurzem Warten automatisch einschaltet oder durch Anklicken der Pos. 9 aktiviert werden kann. Die Anweisungen des Tutors sind insbesondere für schwächere Lerner sehr hilfreich, fortgeschrittenere könnten sich durch die vielen Hinweise und das zeitraubende Anklicken der dazugehörigen Schaltflächen eher im Lernfortschritt behindert fühlen. Erfreulicherweise schaltet sich der Tutor durch Nichtbeachten seiner Anweisungen automatisch aus. - Ein Teil der Übungen erfordert das Nachsprechen und Aufnehmen von Wörtern oder ganzen Sätzen. Zu diesem Zweck erscheint das Mikrofon-Feld auf dem Bildschirm, mit dem die Sprachaufnahme gesteuert werden kann. Zu beachten ist allerdings, daß die (linke) Maustaste während der gesamten Aufnahme gedrückt bleiben muß. Mit dem Symbol rechts neben dem Mikrofon-Feld kann nun der nachgesprochene Text abgehört werden; ferner erfolgt der Vergleich mit den verschiedenen (männlichen und weiblichen) mutterprachlichen Sprechern. Es wird gediegenes britisches Englisch dargeboten, das beliebig oft nachgesprochen werden kann. - Vor jedem Kapitel erscheint in der Übersicht der Übungen auch ein Feld "A Visit to the Cinema". Durch Anklicken dieses Feldes kann eine "Dia-Show" in Gang gesetzt werden, die (wahlweise mit oder ohne eingeblendete Untertitel) visuell auf den nachfolgenden Text vorbereitet: eine sicherlich nicht nur für Anfänger hilfreiche Funktion, die vorweg die Grundzüge des Inhalts vermitteln soll. Diese Bildgeschichte kann auch durch das Filmklappen-Symbol (cf. Abb. 1, Pos. 14) aktiviert werden. Um zum Text zurückzukehren, klickt man auf das Lektüre-Symbol (Pos. 15) in Gestalt eines aufgeschlagenen Buches.[6]

Die weiteren Programmkarten der oberen Symbolleiste stehen nur zur Verfügung, wenn das bereits erwähnte zusätzliche Modul Collins COBUILD Student's Dictionary installiert ist. Auch die Funktion "Briefkasten" auf der rechten Symbolleiste (cf. Abb. 1, Pos. 10) kann nur effektiv genutzt werden, wenn das Dictionary installiert ist. Näheres hierzu sowie zum RE-WISE-Vokabellernen weiter unten im Abschnitt "Zubehör".

Die weiteren Symbole der rechten Leiste sind außer dem bereits erwähnten Software-Tutor (cf. Abb. 1, Pos. 9) sowie dem Türsymbol (Pos. 12) das Werkzeug- und das Fragezeichen-Symbol. Letzteres (Pos. 13) öffnet das Hilfe-Fenster mit ausführlichen kontextbezogenen Informationen. Das Werkzeug-Symbol (Pos. 11) ist nur bei den Übungen aktiviert und öffnet die Dialogbox zur Einstellung verschiedener Parameter wie Niveau (Anfänger/Wenig Fortgeschrittene/Fortgeschrittene) oder Wiederholung (1x bis 5x) sowie Tempo (5 Stufen).[7] - Einige der verwendeten Steuerelemente kennt man aus anderen Windows-Anwendungsprogrammen; die meisten von ihnen wurden jedoch speziell für die LANGMaster-Anwendungsprogramme entworfen. Dies garantiert eine eigenständige graphische Präsentation, wobei sich über die (offensichtlich auf den Geschmack heutiger Jugendlicher abgestimmte) Farbgebung, die an die amerikanischer Plastik-Puppenstuben erinnert, freilich streiten läßt.

4. Aufbau

Bei dem Hueber Interactive StoryMaster Dracula entsprechen die einzelnen Kapitel der adaptierten Romanversion einer Lektion. Diesen Lektionen sind, wie erwähnt, Übungen voraus- sowie nachgestellt. Die wichtigsten Übungstypen über die bereits erwähnte "Dia-Show" und die Pronunciation-Übungen hinaus sind folgende:

  • Comprehension-Übungen, die das Verständnis der Handlung testen;
  • Vocabulary-Übungen, die zum Lernen bestimmter Vokabeln aus dem Text dienen;[8]
  • Prediction-Übungen, die das Vorhersagen der Handlungsentwicklung im nachfolgenden Kapitel verlangen.

Ferner gibt es noch prägnante, überschaubar angeordnete Erläuterungen der grammatischen Regeln mit Gebrauchsbeispielen nebst hilfreichen Empfehlungen des Tutors zur Arbeit mit dem jeweiligen Material.[9]

Die Übungen sind im ganzen eindeutig bzw. leicht nachvollziehbar. Hin und wieder schleichen sich jedoch kleine Probleme ein: So ist in der DICTATION-Übung 4/5 auf Seite 54 gefordert, den vorgesprochenen Satz "Many of my dear friends were in danger, too." einzutippen[10]. Obgleich dieser Satz sowohl im Lektüre-Text (S. 61) wie auch in der dem Kapitel voraufgehenden Dia-Show (als Untertitel) vorkommt, und zwar genau mit dieser Interpunktion, gibt der Tutor trotz korrekter Zeichensetzung die Meldung: "Wrong"! Läßt man indes regelwidrig das Komma vor "too" fort, vermeldet Dr. Lang: "Excellent"! Auch bei der Übung QUESTION-FORMATION auf S. 103 ist ein Programmierfehler unterlaufen: einmal ist von "the friends", dann von "the three men" die Rede. Wichtiger erscheint mir jedoch ein anderes, weil grundsätzliches Problem dieses StoryMasters: Bei der Romanfigur Dracula imitieren die routinierten Native Speakers einen harten "foreign accent"; sicherlich keine gute Vorgabe für deutsche Schüler, für die die zu harte Aussprache ein Hauptproblem darstellt. Obendrein wird der Schüler in der dazugehörigen Arbeitsanweisung aufgefordert (cf. 2/2, S. 39), "the correct pronunciation" zu kopieren. Das wird ihm hier besonders schwerfallen, da ihm die korrekte Ausspracheversion ja eben nicht zur Verfügung steht![11]

5. Inhalt

Inhalt des StoryMasters ist die eingangs erwähnte, von Margaret Tarner 1982 in der Reihe Heinemann Guided Readers publizierte und mit den soeben näher besprochenen Übungen, Tonaufnahmen und Bildern versehene "retold version" des bekannten Romans Dracula von Bram Stoker: Ein eher seichter Lektüre-Text, der eindeutig auf die begrenzte Belastbarkeit (unterer) Mittelstufenschüler ausgerichtet ist. Bei Erwachsenen dürfte dieses inhaltlich anspruchslose Sujet, zumindest in dieser purgierten Version, kaum auf Interesse stoßen. Es verwundert deshalb etwas, daß sowohl das Begleitheft als auch die ausführlichen Texte der kontextsensitiven Hilfe streng die förmliche Anrede "Sie" beibehalten. Man hätte vielleicht - ähnlich wie bei der Textauswahl und der Farbgebung - auf eine passendere Ansprache dieser jüngeren Klientel achten sollen? - Aber vielleicht findet heute eine Lektüre dieses Inhalts bzw. dieser Aufbereitung sogar bei den Lernern unterer Semester der Erwachsenenbildung noch Anklang, zumal die Teilnehmer dieser Kurse oft noch recht jung sind...

Insgesamt gesehen bietet der Kurs zweifellos Vorteile speziell beim individuellen Lernen, die über die Möglichkeiten herkömmlicher Kurse weit hinausgehen. Diese Überlegenheit ergibt sich insbesondere durch die Anwendung einer Tonein- und -ausgabe mit direktem Zugriff zu den Tondaten auf der Ebene der Sätze und Wörter sowie der intensiven Nutzung von Ausspracheübungen nebst einer vielfältigen Verwendung der Graphik. Video-Clips sind allerdings nicht abrufbar. Über das in dieser Hinsicht etwas zuviel versprechende Filmklappen-Symbol (cf. Abb. 1, Pos. 14) wird lediglich die Dia-Show initialisiert. Außerdem sind einige Bilder in der Lektüre mit Ton versehen. Durch Anklicken der Bilder wird ein erläuternder Text hörbar, der z.B. eine Figur aus dem Roman vorstellt.

6. Zubehör

Wer den StoryMaster Dracula kauft, muß sich im Klaren sein, daß Zusatzkosten auf ihn zukommen: Denn ohne das separate Wörterbuchmodul lassen sich die Besonderheiten dieses Programms nicht voll nutzen. Außerdem wird es jetzt etwas schwierig: Denn so vergleichsweise einfach das Lektüremodul mit seinen Übungen zu bedienen ist, so sind die Möglichkeiten der Arbeit mit dem "Dictionary" auf den ersten Blick nicht so leicht zu überschauen. Da wird zumindest der weniger fortgeschrittene Computer-User doch das eine oder andere Mal die zum Glück ausführliche kontextsensitive Hilfe aufrufen müssen. Dabei ist es nicht einmal die Wörterbucharbeit selbst, die das Hauptproblem darstellt. Anspruchsvoll wird vielmehr das Arbeiten mit der RE-WISE-Methode.

Doch zunächst zur Wörterbuch-Arbeit:

Die CD-ROM-Version des Collins COBUILD Student's Dictionary (CCSD) wird als "multimediales einsprachiges Standardwörterbuch für Anfänger und Fortgeschrittene"[12] angepriesen. Es ist vollständig vertont. So besteht für den User die Möglichkeit, die eigene Aussprache nicht nur über Mikrofon aufzunehmen, sondern auch mit dem Original zu vergleichen. Eine wellenförmige sog. Tonform als graphische Darstellung der jeweiligen Aussprache, mit der viele neuere Sprachlernprogramme werben, weil sie angeblich eine bessere Kontrolle beim Nachsprechen gewährleistet, wird jedoch nicht angeboten. Meiner Erfahrung nach ist es in der Tat fraglich, ob sich dieser Aufwand lohnt.[13]

Das CCSD © William Collins Sons & Co Ltd 1990; © Harper Collins Publishers Ltd 1994) zeichnet sich aus durch:

  • rund 40.000 Einträge und 30.000 Beispiele
  • mehr als 50 Stunden Tonaufnahmen
  • Suchmöglichkeiten nach Stichworten, grammatischen Formen und Wendungen
  • Übungsfunktionen für die richtige Aussprache und
  • die RE-WISE-Methode zum Vokabellernen.

Der direkte Einstieg in das Wörterbuch erfolgt über die obere Tastenleiste des Hauptmenüs (cf. Abb. 1, Pos. 2). Es öffnet sich ein zweiteiliges Fenster, das in weitere Segmente unterteilt ist:

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Abb.2

In das rechte, kleinere Segment gibt der Learner in das Eingabefeld "Search" einen Suchbegriff ein; falls der Begriff im Wörterbuch vorhanden ist, wird er in dem linken, größeren Segment in der Kopfzeile angezeigt. Es ist die Schreibweise des gesuchten Stichworts mit all seinen Formen angegeben (z.B. Steigerungsformen bei Adjektiven, etc.).

Die Verbformen werden in folgender Anordnung angegeben:

  • die Grundform,
  • die 3. Person Singular im Präsens,
  • das Partizip der Gegenwart,
  • die Vergangenheitsform und
  • das Partizip der Vergangenheit, falls es von der Vergangenheitsform abweicht.

Eine solche detaillierte Anordnung ist zweifellos hilfreich, wenn man z.B. an die vielen Schüler denkt, die mehr oder weniger regelmäßig das "s" in der 3. Person Singular im Präsens vergessen: hier haben sie die dringend nötige ständige Erinnerung![14]

Falls man zu einem bestimmten Stichwort schnell zurückkehren will, kann mit Hilfe des rechten unteren Menüs der Karte "Wörterbuch" ein Bookmark auf dieses Stichwort gelegt (und ggf. auch wieder gelöscht) werden. In dem über diesen Bookmarks gelegenen Search-Menü gibt es über dem bereits erwähnten Eingabefeld ein sog. Verweisverzeichnis, das vier Arten von Verweisen enthält, die durch Zeichen unterschieden sind: so gibt es nicht nur ein Zeichen für das Hauptstichwort, sondern auch für die grammatische Form des Stichworts,[15] die Phrase[16] sowie das Verb, von dem mehrere Phrasal Verbs abgeleitet sind.[17] Durch Anklicken eines der ersten drei Typen oder durch dessen Hervorhebung (mit Hilfe von Pfeilen) und das Drücken der Eingabetaste wird das Stichwort gesucht und im Stichwortfenster (linkes Segment) abgebildet.

Zur RE-WISE-Methode:

Diese Methode wird in den Begleitinformationen als Besonderheit hervorgehoben; ihre effektive Handhabung erfordert indes einige Sorgfalt. Die Empfehlung lautet, während der Arbeit mit der Lektüre die unbekannten Wörter/Phrasen/Sätze in ein Vokabelheft einzutragen, das für jeden User, der sich angemeldet hat, getrennt geführt wird.

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Abb. 3

Die Übertragung eines Wortes oder Satzes in ein solches Vokabelheft erfolgt über den Briefkasten (cf. Abb. 3, Pos. 1), der jedoch nicht einfach auf Anklicken reagiert: vielmehr muß der gewünschte Begriff (aus der Lektüre oder direkt aus dem Wörterbuch[18]) mit der linken Maustaste auf das Briefkastensymbol gezogen werden. Während dieses Vorgangs nimmt der Cursor sinnigerweise die Form eines Briefs an. In der sich als nächstes öffnenden Dialogbox "Wahl des Empfängers des Briefes" ist auf das Symbol "RE-WISE-Aufnehmen" zu klicken.[19] Im Wörterbuch erscheint unterhalb der Nummer des Eintrags daraufhin ein "R".

Um die ausgewählten Begriffe zum Lernen mit der RE-WISE-Methode verwenden zu können, müssen diese nun um persönliche Notizen erweitert werden. Das kann die deutsche Übersetzung sein oder auch die im Wörterbuch vorgegebene englische Beschreibung. Ausgehend vom Hauptmenü muß hierzu die RE-WISE-Karte (cf. Abb. 3, Pos. 2) und anschließend ggf. noch das Vokabelheft-Symbol (Pos. 3) angeklickt werden. Nun müssen die numerierten Lexikoneinträge, die man für das RE-WISE-Lernen ausgewählt hat, nacheinander auf das Briefkasten-Symbol gezogen werden. In der nachfolgenden Dialogbox ist zunächst auf das Notiz-Symbol zu klicken. Wenn in der Notiz-Dialogbox noch kein Eintrag für den aktuellen Begriff vorhanden ist, muß danach noch das "Notiz-Anlegen"-Symbol angeklickt werden. In der nun folgenden Dialogbox ist sodann die gewünschte Notiz[20] einzutragen und die Eintragung mit "OK" zu bestätigen. Die so von jedem angemeldeten Nutzer separat anzulegenden Notizen werden unter der jeweiligen Anwenderkennung gespeichert und im RE-WISE-Unterricht als Frage oder richtige Antwort verwendet.[21]

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Abb. 4

Um nun die ausgewählten Begriffe mit der RE-WISE-Methode effektiv zu lernen, ist zunächst auf das RE-WISE-Symbol, dann ggf. auf das Unterrichts-Symbol (cf. Abb. 4, Pos. 1) zu klicken.[22] Danach erscheint die Parameter-Einstellung. Nun kann man die vorgegebenen Parameter (Anzahl der neuen Fakten zum Lernen sowie Anzahl der Fakten zum Wiederholen) nach Wunsch verändern oder auch unverändert übernehmen, indem man unten links im Menü auf den grünen Pfeil drückt. Dadurch wird der Unterrichtszyklus gestartet; d.h., es erscheinen (je nach Parameter-Einstellung) in zufälliger Reihenfolge die gewählten Begriffe. Ab jetzt braucht man für ein systematisches Lernen nur noch den Anweisungen des Bildschirm-Tutors zu folgen.

Es wird allerdings noch einmal knifflig, weil man sich beim Lernen nach der RE-WISE-Methode selbst bewerten muß. Es wird die Skala 0 (= ganz falsche Antwort/man wußte das Faktum überhaupt nicht) bis 6 (= so ausgezeichnete Beherrschung des Faktums, daß man es bei der aktuellen Wiederholung nicht mehr üben will) verwandt. Die Bewertung wird entweder durch das Drücken der entsprechenden Taste im mittleren, rechten Segment der Unterrichtskarte oder mit Hilfe der Tasten 0 - 6 oder auch der Plus- und Minustasten durchgeführt. Komplizierend erscheint hierbei nicht nur die Differenziertheit der Skala,[23] sondern auch die Tatsache, daß man bei der Bewertung vor allem dem Faktum besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen muß, daß man zum ersten Mal lernt oder wiederholt, was durch ein Ausrufezeichen angezeigt wird. Wichtig ist dies deshalb, weil die erste Bewertung den Zeitpunkt der nächsten Wiederholung dieses Faktums beeinflußt. Der RE-WISE-Mechanismus wird also der jeweiligen Selbstbewertung zufolge angepaßt und auf diese Weise "die Kurve des Vergessens präzisiert".[24] D.h., je öfter die Bewertung BAD erfolgt, desto länger wird der RE-WISE-Unterricht dauern! Damit diese Selbsteinschätzung überhaupt erfolgen kann, wird im Zyklus Frage - Antwort - Bewertung nach der Antworteingabe die Seite mit der Frage automatisch umgewendet, und es erscheint die richtige Antwort.[25]

Um einem naheliegenden Mißverständnis vorzubeugen: Daß die Bewertung vom Lerner selbst vorgenommen werden muß, liegt nicht in einem Mangel des Systems begründet! Dies läßt sich am besten an folgendem Beispiel verdeutlichen: Falls der User eine Antwort zufälligerweise spontan richtig rät, würde die Maschine automatisch eine hohe Bewertung vornehmen; damit eine solche faktisch ja unbekannte Vokabel regelmäßig wieder aufgerufen wird, muß aber die Bewertung mit "0" erfolgen, was natürlich nur der jeweilige User selbst entscheiden kann. Die lästige Selbstbewertung ist mithin für eine individuell angepaßte Vokabelwiederholung unumgänglich!

Außer den bereits genannten beiden Unterkarten "Vokabelheft" und der "Unterrichts-Karte" gibt es noch eine dritte Unterkarte zur RE-WISE-Karte: den RE-WISE-Korb (cf. Abb. 4, Pos. 2). Genauso wie die beiden bereits behandelten Unterkarten ist auch diese Karte ähnlich aufgebaut wie die Wörterbuch-Karte und funktioniert auch dementsprechend. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, daß der User in diesen "Korb" alle Begriffe ablegen kann,[26] die er nicht mehr lernen oder aus irgendeinem Grund zur Zeit nicht bearbeiten möchte.

Insgesamt gesehen ist das Ziel der RE-WISE-Methode also, aufgrund von statistischen Analysen ein Maximalergebnis durch einen "optimalisierten Wiederholungsplan" (also durch möglichst wenig Wiederholungen) zu erreichen. Als optimale Arbeitsfrequenz für diese Lernmethode wird einmal täglich angegeben. In diesem Zusammenhang fallen ein paar wahre Worte, die jeder Fremdsprachenlehrkraft sicherlich aus der Seele gesprochen sind und wegen ihrer zentralen Bedeutung hier zitiert werden sollen. So heißt es in der Online-Hilfe unter Prinzipien der effektiven Arbeit mit RE-WISE:

  1. "Das allerwichtigste bei der Anwendung des Programms sind Ausdauer und Regelmäßigkeit [Hervorhebung im Original!]. Das Programm kann Ihnen nichts beibringen. [Sic!] Die Forderung der Regelmäßigkeit ist kein Mangel der RE-WISE-Methode, sondern eine Eigenschaft des Gedächtnisses - jeder Tag der Verspätung erhöht die Anzahl der vergessenen Fakten und verursacht eine Anhäufung des Lehrstoffes, was im Resultat zum Streß und wachsender Unlust beim Lernen führt. Versuchen Sie deshalb, RE-WISE jeden Tag und womöglich zu derselben Zeit anzuwenden.
  2. Lernen Sie (vor allem am Anfang, wo sie noch nicht so viele Fakten zum Wiederholen haben) nicht zu viel, und versuchen Sie, die Anzahl der zu lernenden Fakten immer in einer gleichmäßigen Menge zu halten. Sonst würden Sie bald mit einer übermäßigen Anzahl von Wiederholungen überschwemmt sein.
  3. Während der Arbeit mit RE-WISE ist es erforderlich, sich maximal zu konzentrieren. Vermeiden Sie nachlässiges Antworten und hastiges Springen von einer Frage zur anderen, nur um die Zeit der Wiederholung zu verkürzen.
  4. Damit die Arbeit nicht so monoton ist, nutzen Sie das Wiederholen zum Korrigieren und zum Erweitern der Bemerkung zu den Fakten für RE-WISE aus. Die Fakten, die Sie schon können und nicht mehr wiederholen wollen, "entsorgen" Sie in den RE-WISE-Korb. Nutzen Sie bei der Bewertung die ganze Skala 0 - 6. Ab und zu sehen Sie sich die statistischen Angaben an, die Ihre Fortschritte im Lernen zeigen."

7. Gesamturteil

Diese Worte ins Ohr der in der Regel konzentrationsschwachen und nicht gerade primärmotivierten Mittelstufenschüler, für die das Programm doch wohl in erster Linie erstellt ist! Wo sind heute die angesprochenen Sekundärtugenden wie Ausdauer und regelmäßiges Arbeiten bei (nicht zuletzt durch die neuen Medien abgelenkten) Jugendlichen noch in der hier geforderten Weise ausgeprägt? Viele jüngere Learner (oder waren es nicht vielmehr die Eltern?) werden ja einen Sprachkurs wie den vorliegenden gerade deshalb angeschafft haben, weil sie hofften, daß künftig auf regelmäßiges, monotones und langwieriges Pauken verzichtet werden könne. Sogar hochmotivierte Erwachsene dürften ihre Probleme mit der Einhaltung der oben aufgestellten rigiden Verhaltensmaßregeln haben (welcher Erwachsene kann schon jeden Tag und dann auch noch zur selben Zeit lernen?)! Richtig bleiben diese Regeln nach aller Erfahrung trotzdem. Denn in der Tat: Genau wie die alten Lehrbücher, so kann auch das Programm allein dem Lerner - ob jung oder alt - nichts beibringen! Den Rezensenten erstaunte es nicht wenig, eine die Effektivität der neuen Medien so illusionslos relativierende (und damit wohl nicht gerade verkaufsfördernde!) Bemerkung in einer Begleitinformation eines Computer-Lernprogramms zu finden. Leider kommt für die meisten diese Information etwas spät! Sie haben die CD-ROM ja schließlich schon gekauft...

Aber wie dem auch sei: Wer die nötige Zeit und Ausdauer hat, der kann mit diesem Programm-Set sicherlich effektiver lernen als mit herkömmlichen Lehrbüchern. Denn kein herkömmliches Lernmaterial kann sich dem individuellen Lernbedürfnis so anpassen wie dieses Programm-Paket, das das automatische Suchen der Bedeutung eines Wortes in Abhängigkeit von seinem Gebrauchskontext wie auch das beliebig häufige Üben seiner richtigen Aussprache ermöglicht.

Die Kosten dieses multimedialen Programms sind allerdings beträchtlich, da es ja mit der Anschaffung der vergleichsweise preiswerten Lektüre-CD nicht getan ist, sondern sinnvollerweise auch die rund dreimal so teure Wörterbuch-CD besorgt werden muß, ohne die ja gerade das individualisierte Vokabellernen nur eingeschränkt möglich wäre.

Ob es zum Trost gereicht zu empfehlen, daß man - um die Anschaffung der Wörterbuch-CD sozusagen zu amortisieren - möglichst noch weitere in der Reihe StoryMaster erschienene Lektüre-CDs erwerben sollte?! Den Verlag und seine offenherzigen Beiblatt-Verfasser würde es sicherlich freuen...

Reiner Küpper

Endnoten:

[1] (Die Neuanmeldung erfolgt durch Eintragung z.B. des Vornamens des Users in der Anmelden-Dialogbox sowie Bestätigung durch ENTER).

[2] (und zwar für Anfänger: The Garden (Elizabeth Laird) sowie Rich Man Poor Man (T. C. Jupp); für Anfänger mit Vorkenntnissen: Room 13 and Other Ghost Stories (M. R. James) sowie eine Adaption von Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray; für Fortgeschrittene außer Dracula noch The Woman Who Disappeared von Philip Prowse - weitere Titel sind in Vorbereitung)

[3]Übrigens ist ohne dieses Wörterbuch insbesondere die RE-WISE-Übungsmethode nicht voll anwendbar: Auf dieses separate Programm-Modul, das im Grunde eine eigenständige Besprechung erfordert, wird deshalb weiter unten in der Rubrik "Zubehör" noch ausführlich einzugehen sein.

[4] Durch Anklicken mit der rechten Maustaste wird übrigens nur ein einziger Satz abgespielt. Ist das Tonausgabe-symbol rot oder gelb gefärbt, so ist der betreffende Satz auch auf deutsch verfügbar!

[5] Die Übungen wurden von der ACCENT Language School in Prag erstellt.

[6] Ein wichtiger Bestandteil des unteren Steuerfelds ist überdies die sog. "Ampel" (cf. Abb. 4, Pos. 3), die in den Untermenüs erscheint und zum Abbilden der Situation (z.B. vorgegebener oder selbstgewählter Arbeitsmodus) dient, in der sich das Programm gerade befindet. Dies ist für die Orientierung äußerst hilfreich: So wird der vorgegebene Arbeitsmodus in der Regel durch das grüne Licht auf der Ampel angekündigt. Nur wenn der Tutor auf eine Eingabe des Users wartet, z.B. auf die Ergänzung eines Lückentextes, leuchtet auf der Ampel das gelbe Licht auf. Der selbstgewählte Arbeitsmodus wird durch das rote Licht dargestellt. - Der grüne Pfeil der Ampel kann übrigens auch zur Beschleunigung der Arbeit genutzt werden (wenn z.B. bei einer Übung ein Schritt übersprungen werden soll).

[7] Zudem kann im unteren Steuerfeld eingestellt werden, ob sich der Nutzer auf das Hörverständnis oder die Aussprache stärker konzentrieren will: je nach dem ist dort das Lautsprecher- oder Mikrofon-Symbol anzukreuzen. Wie oft z.B. die Aussprache eines Satzes wiederholt wird, muß dann wieder über die Werkzeug-Taste im rechten Steuerfeld und das o.g. Parametermenü eingestellt werden.

[8] (dieser Übungstyp ist jedoch nicht mit dem RE-WISE-Vokabeltraining zu verwechseln, das weiter unten noch näher besprochen wird!)

[9] Freilich kann eine bestimmte Übungsform wie z.B. GAP-FILL auf mehrere Übungsarten bezogen sein: einmal z.B. auf den Wortschatz (als Vokabel-Übung) oder auch auf das Verständnis der Handlung (Comprehension-Übung).

[10] (was auch durch Anklicken von vorgegebenen Worttafeln erledigt werden kann)

[11] Übrigens bieten kleine quadratische Symbole rechts neben dem Namen der jeweiligen Übung die Möglichkeit zu markieren, welche Übungen schon absolviert oder - aus welchem Grund auch immer - ausgelassen wurden. Durch Anklicken der Flagge im oberen rechten Rand des Übungs-Dialogfensters "Pronunciation" kann überdies die Sprache, in der die grammatischen Termini abgefaßt sind, von Englisch auf Deutsch umgeschaltet werden.

[12] Beiheft, S. 5.

[13] Für eine nähere Begründung dieser Auffassung siehe meine Rezension des HEXAGLOTT-Sprachkurses Englisch in Wege der Weiterbildung, H. 16, S. 57 - 61, hier S. 60. - Die Rezension ist auch über die Homepage der Germanistischen Linguistik der Universität Essen einzusehen: .

[14] Ebenso hilfreich ist es, daß nicht nur die Aussprache der Hauptstichwörter, sondern diejenige aller Wörterbucheinträge (einschließlich ihrer grammatischen Formen und Gebrauchsbeispiele) abrufbar ist, und zwar entweder über das im linken oberen Rand positionierte Lautsprecher-/Mikrofon-Symbol oder durch Anklicken des zugehörigen Tonsymbols der Beispielsätze der numerierten Erläuterungen, die unterhalb der Kopfzeile erscheinen und den größten Teil des linken Segments in Anspruch nehmen. Falls es im Gebrauch der Form eine Besonderheit gibt, ist diese überdies in der Erläuterung aufgeführt; außerdem informieren die Erläuterungen über Unterschiede in der Rechtschreibung zwischen dem britischen und amerikanischen Englisch.

[15] (es wird auf das Stichwort verwiesen, von dem die grammatische Form abstammt)

[16] (es wird auf das Stichwort verwiesen, das in der Phrase die entscheidende Bedeutung hat)

[17] Falls das Verzeichnis der Phrasal Verbs nicht zu sehen ist, hat das Zeichen die Form eines "geschlossenen Buches" - sonst sieht es wie ein "geöffnetes Buch" aus.

[18] Falls ein Wort direkt aus dem Wörterbuch aufgenommen werden soll, genügt es übrigens, die zugehörige Erläuterungsnummer anzuklicken.

[19] Leider ist dieses Symbol (das dritte von rechts) leicht mit dem äußerst rechten Symbol zu verwechseln, das ebenfalls das RE-WISE-Zeichen trägt.

[20] Falls gewünscht, kann der Einfachheit halber auch die aktive englische Umschreibung des Begriffs eingefügt werden. Man sollte dann jedoch von Hand den Lernbegriff herauslösen!

[21] Damit sie nicht verloren gehen, sollten übrigens regelmäßig Backups angefertigt werden.

[22] Auch hier ist wieder wegen der Ähnlichkeit der Symbole die Gefahr einer Verwechslung mit dem Symbol "Vokabelheft" gegeben, das gleich darüber angeordnet ist.

[23] Bereits Stufe 4 ist als "sofortige richtige Antwort" definiert!

[24] Cf. Online-Hilfe, Kap. 2.4

[25] Falls die Antwort mit Hilfe des Mikrofons nur mündlich eingegeben wurde, wird die (korrekte) Tonaufnahme initialisiert.

[26] (wiederum mit Hilfe des Briefkastens)

Rezensiert von Dr. Reiner Küpper. Jahr: 1998

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