e-Handwörterbuch Englisch-Deutsch 4.0

Langenscheidt

Langenscheidt e-Handwörterbuch Englisch 4.0, Langenscheidt KG, Berlin und München 2003

ISBN 3-468-90990-X, Preis 79,00 EURO

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Die Grunddaten Die CD-ROM „e-Handwörterbuch Englisch“ ist ein zweisprachiges Handwörterbuch, das lt. Angaben des Herstellers mittels einer „völlig neu entwickelten Software“ den Zugriff auf „über eine Million gebeugte Substantive, Adjektive und Verben“ ermöglicht, und zwar im Englischen und im Deutschen. Insgesamt könne auf „rund 245.000 Stichwörter und Wendungen“ in beiden Sprachrichtungen (Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch) zugegriffen werden. Davon seien „rund 15.000 englische Stichwörter in bester Qualität vertont – britisches und amerikanisches Englisch, von Muttersprachlern gesprochen“. (Amerikanisches Englisch wird allerdings nur in den Fällen vorgehalten, wo die Aussprache vom britischen Englisch grundsätzlich abweicht!)

Der Inhalt des Wörterbuchs wird als „hochaktuell“ angepriesen. Zudem ist eine „kostenlose Online-Aktualisierung des Wörterbuchinhalts per Download aus dem Internet“ möglich (allerdings nur bis 31.10.2003 und auch erst nach Registrierung).

Ferner biete die „neue Schnellsuche“ vielfältige Möglichkeiten, insbesondere durch die Erkennung von Mehrwortbegriffen und die Zurückführung von Wendungen bzw. Beugungen auf das jeweilige Stichwort: „z.B. lud ... ein > einladen > invite“.

Schließlich wird die Pop-up-Funktion als „preisgekrönt“ hervorgehoben. Durch einen Mausklick „auf einen Begriff in den Windows-Programmen oder im Internet wird der passende Wörterbucheintrag in einer Sprechblase angezeigt“.

Die Systemvoraussetzungen

Der Hersteller gibt folgende Systemvoraussetzungen an:

„Ab Windows 95/98, ab Windows NT 4.0/2000/XP. Ab Pentium I, 8 MB RAM, ca. 16 MB freier Festplattenspeicher. Grafikkarte mit mind. 800 x 600 Auflösung, High Color (mind. 32.000 Farben), Soundkarte, CD-ROM-Laufwerk.” – Damit dürfte die CD mit praktisch jedem heute gebräuchlichen Rechner nutzbar sein.

Installation und Anwendungshilfe

Die Installation verlief auf dem Rechner des Rezensenten (einem Pentium III-Laptop mit Windows 2000 Professional) problemlos, allerdings lädt sich die CD nicht automatisch, sondern muss über das Windows-Menü „Ausführen“ initiiert werden.

Konkret geschieht die Installation in zwei Schritten: Erstens ist die Installation der e-Wörterbücher-Anwendung vorzunehmen, zweitens sind die auf der CD befindlichen Wörterbücherhinzuzufügen.

Sobald die auf der CD befindliche setup.exe ausgeführt ist, ist zunächst die Sprache für die Installationsdialoge auszuwählen (Deutsch ist vorgegeben, braucht also nicht einmal ausgewählt zu werden). Auch den nun folgenden Anweisungen auf dem Bildschirm ist leicht zu folgen. Am Ende dieses ersten Installationsschritts ist ein Neustart des Rechners durchzuführen, bei dem die CD im Laufwerk verbleibt. Beim ersten Start der e-Wörterbuch-Anwendung nach dem Neustart wird der Nutzer aufgefordert, dieWörterbücher (= zweiter Installationsschritt) von der CD hinzuzufügen. Auch der hier angebotene Dialog ist eindeutig. Weitere Hilfe bietet ein der CD beiliegendes Informationsheft, das u.a. erklärt, wie bei der Installation zu verfahren ist, falls bereits irgendwelche Bücher der Langenscheidt-PC-Bibliothek installiert sein sollten. (Hierbei ist allerdings zu beachten, dass solche PC-Bibliothek-Bücher nur in der Standardansicht [Näheres siehe unten] verwendet werden können; die vielgepriesene Pop-up-Suche wird hier also nichtunterstützt!)

Über das Startmenü der CD kann überdies das vollständige Benutzerhandbuch aufgerufen und ausgedruckt werden (wahlweise als Word-Dokument oder als PDF-Datei).

Für weitere Fragen steht die: hotline@langenscheidt.de zur Verfügung.

Die Handhabung

Die Standardansicht ist übersichtlich angeordnet. Sie gliedert sich insgesamt in vier Fenster: zwei schmälere, unter einander angeordnete linke Fenster mit den Bezeichnungen „Schnellsuche“ und „Stichwortliste“ sowie zwei breitere, ebenfalls untereinander angeordnete Fenster auf der rechten Seite, von denen das obere den vollständigen Wörterbucheintrag und das untere einen ausblendbaren Scroll-Bereich zeigt (mit dessen Hilfe zum nächsten oder vorhergehenden Eintrag im Wörterbuch oder im Suchergebnis geblättert werden kann). Über diesen vier Fenstern ist im oberen Bildschirmabschnitt die Befehlszeile für die verschiedenen Suchfunktionen angeordnet ist. Die Schnellsuche beginnt einfach damit, dass in das links oben angeordnete Eingabefeld der Befehlszeile eine Vokabel eingetippt wird.

Beispiel: Gibt man die Wendung „pop up“ ein, so erhält man im Feld „Schnellsuche“ in unterschiedlichen Farben und Drucktypen folgende Angaben: „Stichwortsuche: 1 Treffer pop-up window“; dasselbe Ergebnis steht unter Erweiterte Suche. Im rechten oberen Fenster erscheint automatisch als Wörterbucheintrag:

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Das ist gewiss eine interessante Information, die u.a. die beanspruchte hohe Aktualität des Wörterbuchinhalts belegt; genau genommen wurde diese Information in diesem Falle jedoch nicht nachgesucht, da nach der Verbphrase „pop up“ gefragt war (und nicht nach dem zusammengesetzten Hauptwort „pop-up window“). Fündig wird man diesbezüglich erst, wenn man das Fenster Stichwortsuche weiter scrollt und unter Volltextsuche 3 Treffer angeboten bekommt: außer „pop-up window“ auch noch „pop“ und „rich media“. Unter letzterem Stichwort zeigt das Wörterbuch übrigens Folgendes an:

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Der Begriff „Pop-up" ist hierbei farbig unterlegt, sodass er gleich ins Auge fällt. Aber auch dieser wiederum interessante Eintrag (obzwar er erneut belegt, dass der Wörterbuch-Inhalt in der Tat hochaktuell ist) hilft ja nicht weiter. Also bleibt noch die Suche unter dem Eintrag „pop". Hier erhält man im rechten oberen Wörterbuchfeld folgende Information:

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Bei diesem erfreulich ausführlichen Eintrag, der praktisch alle denkbaren Varianten und Stilebenen aufzeigt, ist nicht nur das Stichwort „pop up", sondern stets auch das Wort „pop" farblich unterlegt, sodass es einige Zeit braucht, bis der Nutzer die eigentlich gesuchte Information „pop up (plötzlich) auftauchen" endlich erhält. Auch der Weg über die im linken unteren Fenster angezeigte Stichwortliste würde den Nutzer nicht wesentlich schneller zum konkreten Ziel führen, denn hier ist bei Eingabe der Verbphrase „pop up" zunächst auch wieder nur der Eintrag „pop-up window" mittels Rahmen markiert; bei dem Versuch, sich zu dem eigentlich gewünschten Eintrag „pop up" durchzuscrollen endet man bei dem Stichwort „pop", das logischerweise ein halbes Dutzend Mal auftaucht, sodass es wiederum geraume Zeit dauert, bis man bei dem konkret gewünschten Ergebnis anlangt.

Das Problem ist also, dass die Stichwortliste nicht ausführlich genug ist und z.B. die nicht unbedeutende Verbphrase „pop up“ leider nicht enthält, sodass auf das konkret Gesuchte nur auf Umwegen zugegriffen werden kann.

Wie sieht dies nun aus, wenn über die sog. Profisuche, die speziell für komplexe Suchanfragen eingerichtet ist, vorgegangen wird: Auch hier wird der Nutzer zunächst wieder nur auf das Stichwort „pop-up window“ als einzigen Treffer verwiesen. Erst wenn man im Zusatzmenü über „Phrasensuche“ geht, gelangt man direkt zum gesuchten (und dann sogar zweifarbig unterlegten) Eintrag „pop up“. Auf diesem Weg kommt der Nutzer zwar sicher, aber auch eben nicht gerade schnell zum Ziel.

Unbestreitbar komfortabel ist natürlich die sog. „Pop-up-Funktion“, die durch zwei Symbole, die in der Taskleiste rechts angezeigt werden, schnell und sicher gesteuert werden kann. Diese Funktion ermöglicht es, dass man in Textdokumenten und auf Webseiten nur auf ein englisches oder deutsches Wort zu klicken braucht, um die Übersetzung (auch von flektierten Wörtern) gleich an Ort und Stelle einzublenden.

Greift man allerdings das Beispiel der Verbphrase „pop up“ heraus, so ergibt sich ein ähnliches Problem wie oben geschildert: Selbst wenn man bewusst beide Elemente der Phrase markiert, erscheint als Einblendung wiederum nur der oben eingefügte umfangreiche Eintrag zu „pop“, sodass man sich zur konkret gesuchten Bedeutung erst wieder mühsam vorarbeiten muss. Dabei hilft es erneut wenig, dass man sich auch bei der Pop-up-Suche das Listenfenster einblenden kann; denn in der Stichwortliste ist ja wiederum nur der Eintrag „pop“ (und nicht „pop up“!) zu finden.

Sehr hilfreich sind auf jeden Fall auch die in der oberen rechten Ecke des Wörterbucheintrags zur Verfügung stehenden Funktionen zum Erweitern und Ergänzen des Datenbestandes, wie beispielsweise zum Verfassen von Anmerkungen und zum Setzen von Lesezeichen; zudem kann Text verschiedenfarbig markiert sowie gedruckt bzw. in die Zwischenablage kopiert werden; sogar das Anlegen eigener Einträge in den Benutzerwörterbüchern wird ermöglicht.

Gesamtbewertung

Auch wenn das Stichwortverzeichnis, wie gezeigt, der Erweiterung bedarf, so kann man die Umsetzung des Multimedia-Gedankens bei dieser Wörterbuch-CD insgesamt als gelungen bezeichnen, insbesondere die geschilderte „Pop-up-Suche" stellt eine gelungene Lösung dar, auf die sicherlich niemand, der mit Sprachen zu tun hat, verzichten möchte. Dass es sich bei der hier rezensierten Wörterbuch-CD um eine „völlige Neuentwicklung" handelt, kann so gesehen bestätigt werden.

Rezensiert von Dr. Reiner Küpper. Jahr: 2003

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