Übung macht die Meisterin- Ratschläge für einen nichtsexistischen Sprachgebrauch

Häberlin, Susanna; Schmid, Rachel; Wyss, Eva Lia

München: Verlag Frauenoffensive 1992

In diesem Buch werden Ratschläge zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs gegeben. Es stellt dem Leser Richtlinien vor, die helfen sollen, frauendiskriminierenden Sprachgebrauch zu erkennen und zu verändern. Außerdem bietet es zahlreiche Beispiele, die zeigen sollen, welche Alternativen im Sprachgebrauch bestehen. Das Buch soll verstanden werden als Anstoß zur sprachlichen Sensibilisierung der Leser.

In elf Kapiteln werden einzelne Bereiche der deutschen Grammatik wie zum Beispiel Syntax, Redewendungen, Pronomen und Personenbezeichnungen sowie spezielle Texte und Gesprächsverhalten auf sexistischen Sprachgebrauch hin untersucht. In jedem Kapitel wird durch Beispiele sexistischer nicht-sexistischem Sprachgebrauch gegenübergestellt - sozusagen korrigiert"!

Die Autorinnen argumentieren, dass Sprache und Gesprächsverhalten immer in gesellschaftliche Prozesse eingebunden sind und somit die Normen und Denkmuster der Gesellschaft widerspiegeln. Sie meinen, dass sexistischer Sprachgebrauch nicht nur Ausdruck frauendiskriminierender Verhältnisse sei, sondern diese auch festige und dafür sorge, dass sie weiterleben.

Die Autorinnen nennen auch einige Argumente der Gegner des nichtsexistischen Sprachgebrauchs und bauen darauf eine weitere Argumentation auf. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass zwar jede Kritik ihre Berechtigung habe, dass aber auch mit kleinen Schritten auf sprachlicher Ebene alte Denkmuster durchbrochen und verändert werden können.

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut und in verständlichem Stil geschrieben. Durch viele praktische Beispiele wird dem Leser das Anliegen der Autorinnen schnell deutlich gemacht.

Der Inhalt hat mich aber nur teilweise überzeugt. Einige der genannten Beispiele zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs halte ich für übertrieben. So bin ich der Meinung, dass zum Beispiel der Satz An manchen Tagen führt sie sich wie eine Zombiefrau auf." anstelle von An manchen Tagen führt sie sich wie ein Zombie auf." das gesamte Thema ins Lächerliche zieht. Andererseits teile ich die Meinung der Autorinnen, dass etwas am deutschen Sprachgebrauch geändert werden muss, um langfristige Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu erreichen.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Jessica Blondin. Jahr: 2002

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