Texas Studies in Bilingualism

Gilbert, Glenn G. (ed.)

Berlin: Walter de Gruyter & Co. 1970

 

Das Buch "Texas Studies in Bilingualism" umfaßt sieben Kapitel, die sich mit den nicht-englischen Sprachen im Südwesten der Vereinigten Staaten auseinandersetzen. Es werden die jeweiligen Dialekte und ihre Beziehung zum Englischen untersucht. Anliegen des Buches ist, ein umfassendes Bild der sprachlichen Vielfalt in Texas, Oklahoma und Louisiana zu erstellen, das gegebenenfalls als Grundlage für weitere Untersuchungen dienen kann.

Da Texas von vielen verschiedenen Gruppen von Einwanderern besiedelt wurde, konnte man eine Vielzahl von Sprachen oder Dialekten vorfinden, von denen sich das Deutsche sogar bis heute durchsetzen konnte. Außerdem wird Texas, durch die Nähe zu Mexiko, sehr vom Spanischen beeinflußt. In Louisiana verhält es sich ähnlich mit dem Französischen, das sich auch seit der Kolonialzeit erhalten hat. Weitere Sprachen, die bearbeitet werden, sind Tschechisch, Polnisch, Sorbisch und Norwegisch.

Jedes der Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen Dialekten und untersucht ihre Unterschiede zur ursprünglichen Sprache und den Einfluß des Englischen. Außerdem werden manche, zum Beispiel ausgesuchte deutsche, Dialekte miteinander verglichen. Die Autoren analysieren dabei phonologische, morphologische und syntaktische Unterschiede. In einigen Kapiteln werden Personen, deren Herkunft Auswirkung auf ihre Sprache hatte, vorgestellt, und es wird ihre Sprache verglichen, wie z.B. in "Spanish-English Bilingualism in San Antonio" von J. B. Sawyer.

In den Kapiteln werden zunächst das Spanische, dann das Deutsche, das den größten Anteil hat, und schließlich die weniger verbreiteten Sprachen behandelt. Bei letzteren kommt es zu interessanten Aspekten, wenn zum Beispiel drei Sprachen erlernt werden müssen, was R. Oelsch als eine einzige langue mit einer dreifachen parole bezeichnet. Zum Schluß des Buches wird teilweise die oft gehörte Frage beantwortet: "Wie weit kann sich die Mischsprache zweisprachiger Menschen von der Norm entfernen, bevor die grammatischen Grenzen der Grundsprache ,gesprengt' sind?" Dies wird mit dem Beispiel der schwedischen bilingualen Einwohner in Amerika erläutert.

Die Untersuchungen sind übersichtlich und verständlich, und die Verbreitung der Dialekte wird meistens an Hand von Karten illustriert. Oft sind die Texte, die verglichen werden, nebeneinander angeordnet, so daß der direkte Vergleich leichter fällt. Alle nicht-englischen Texte wurden direkt in Lautschrift übersetzt, was eine weitere Hilfe beim Lesen der Kapitel liefert. Gelegentlich sind die phonologischen Untersuchungen etwas kompliziert und für Laien unverständlich, was sich aber nicht auf das Verständnis des Buches im allgemeinen auswirkt.

Für mich war das Buch von persönlichem Interesse, da ich ein Jahr in Austin, Texas verbracht habe und mich die Sprachenvielfalt dort sehr interessiert. Ich bin der Meinung, daß das Buch eine anschauliche Bearbeitung liefert, die leicht verständlich ist, auch wenn man sich vorher nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Clemens Frede. Jahr: 1996

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