Studienbuch Linguistik

Linke, Angelika/ Nussbaumer, Markus/ Portmann, Paul R.

2. Aufl. Tübingen: Niemeyer 1994

 

Elf Kapitel informieren über die wichtigsten Ansätze der linguistischen Forschung. Ziel ist es, die für jedes Gebiet charakteristischen theoretischen Positionen sowie wesentlichen Forschungsergebnisse vorzustellen. Dabei werden sowohl klassische linguistische Theorien und Erkenntnisse als auch modernere Forschungsansätze präsentiert.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, die jeweils fünf Kapitel umfassen. (Das elfte Kapitel von Urs Willi zur Phonetik und Phonologie wurde in der zweiten Auflage ergänzt. Inhaltlich gehört es in den ersten Teil des Buches.) Die einzelnen Kapitel sind in sich abgeschlossen und behandeln jeweils einen sprachwissenschaftlichen Teilbereich. Jedes Kapitel wird durch eine Skizze der einschlägigen Forschungsgeschichte und durch eine knappe Auswahlbibliographie eingeleitet; ein vorangestelltes Inhaltsverzeichnis vermittelt die Übersicht über die Kapitelstruktur.

Teil I befaßt sich mit drei klar voneinander abgrenzbaren Themenkreisen, nämlich:

- mit der Semiotik, einer Disziplin, welche den linguistischen Einzeldisziplinen vorgeordnet ist und begriffliche Grundlagen nicht nur für die Sprachwissenschaft bereitstellt (Kap. 1),

- mit den konstitutiven Gliederungsprinzipien von Sprache in Morphologie und Syntax (Kap. 2 und 3) sowie der Semantik (Kap. 4)

- mit der Pragmatik, d.h. mit der Lehre von den fundamentalen Regularitäten, die in jedem Gebrauch von Sprache eine Rolle spielen (Kap. 5).

In diesem ersten Teil werden die Potentiale von Sprache als einer virtuellen Größe untersucht. Dabei werden grundlegende Rahmenstrukturen und Regularitäten diskutiert, innerhalb derer sich konkrete Bedingungen überhaupt erst auswirken und kommunikative Abläufe entwickeln können.

Teil II stellt die sogenannten Bindestrichlinguistiken vor, nämlich Gesprächsanalyse, Textlinguistik, Soziolinguistik, Psycholinguistik und Historiolinguistik. Dabei geht es in jedem Kapitel noch einmal um die ganze Sprache, doch jeweils unter einem zusätzlichen Gesichtspunkt. Gemessen an dem, was in Teil I an Systematik und Regularitäten vorgestellt wurde, stellen diese Gesichtspunkte Ausweitungen der Untersuchungsperspektive dar. Die Fragen, die hier thematisiert werden, gehen den Beziehungen nach, in die Sprache eingelassen ist, wann immer sie als soziales und psychisches Phänomen thematisiert wird.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Anja Fünders. Jahr: 1996

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