`rechtfertigen´ - Zum Aushandlungs- und Rechtfertigungscharakter einer Sprechhandlung

Heine, Roland

Frankfurt/M.: Peter Lang 1990

 

Heine beginnt seine überarbeitete Stuttgarter Dissertation aus dem Jahre 1987 mit der Vorstellung der Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion, dem Hauptthema dieses Buches. Seine Arbeit ist mit Zitaten und Beispielen anderer Autoren, die die bis dato gängige Betrachtungsweise dieser Interaktionen widerspiegeln, ergänzt. Dabei wird das Rechtfertigen als ein Sprechhandlungstyp (äußere Struktur/beschreibend) angesehen, der dazu dient, eine intersubjektive Wirklichkeit  konsensuell auszuhandeln.

Im weiteren Verlauf entfernt sich der Autor immer weiter von dieser schon bestehenden Betrachtungsweise und kommt zu seinen eigenen Ergebnissen. Er erweitert die Thematik der Sprechhandlungen um den Gesichtspunkt des Rekonstruktionscharakters (innere Struktur/erklärend). Er erläutert, dass es innerhalb einer Kommunikation möglich ist, Handlungen nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu rekonstruieren. Fasst man nun beide Inhalte zusammen, so ist ein Redner durch das Rechtfertigen in der Lage, sich durch Konsensbildung in unserer sozialen Welt zu orientieren, und zusätzlich ermöglicht dies ihm, durch eben diese Rekonstruktion sein Verhalten sich selbst und anderen darstellbar und verstehbar zu machen.

Heine versteht es, seine Gedanken klar zu gliedern, was es leichter macht, sie nachzuvollziehen. Des weiteren fasst er in seinem Postskript die wesentlichen Ergebnisse kurz und klar zusammen. Ich denke jedoch, dass dieses Buch für Neulinge auf dem Gebiet der Linguistik teilweise schwer zu verstehen ist, da dem Anfänger ein fundiertes Basis- beziehungsweise Hintergrundwissen fehlt.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Sabrina Vogel. Jahr: 2002

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