Modern Linguistics, Its Development, Methods and Problems

Bierwisch, Manfred

The Hague/Paris: Mouton 1971

 

Im Vorwort stellt Bierwisch sein Buch vor. Es beschäftigt sich mit der Wissenschaft Linguistik, im besonderen mit dem Strukturalismus, und versucht, den derzeitigen Stand der linguistischen Theorie darzustellen. Bezug nimmt der Autor dabei auf die Geschichte dieser Theorie und die Beziehung zwischen der Linguistik und anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Diese Vorgehensweise spiegelt sich in der Gliederung des Buches wider.

Zunächst werden in einzelnen Kapiteln die verschiedenen linguistischen Schulen behandelt. Es beginnt mit den Junggrammatikern ("Neogrammarians"). Darauf folgt Ferdinand de Saussure; seine zentralen Begriffe werden erläutert. Als nächstes beschäftigt Bierwisch sich mit der Prager Schule und ihren Ergebnissen. Dann erklärt er die zentralen Ideen der Kopenhagener Schule. Es folgt die amerikanische Linguistik. In einem gesonderten Kapitel beschäftigt der Verfasser sich mit der Generativen Grammatik, die maßgeblich von Noam Chomsky entwickelt wurde, und erläutert auch hier die zentralen Gedanken. Anschließend behandelt er noch andere Themen, nämlich "Theory of Performance", "Grammar Construction and Language Acquisition", "Language Change" und "Further Extensions: Poetics and Logic". Im letzten Kapitel beschäftigt sich der Autor in seiner Zusammenfassung mit der Linguistik als wissenschaftlicher Disziplin. Er stellt ihre Methoden vor und ordnet sie in die anderen Wissenschaften ein.

Das Buch beabsichtigt nicht, eine Einführung in die Linguistik zu geben, sondern es verfolgt die durch die linguistische Forschung aufgeworfenen Fragen und stellt auch ihre Errungenschaften dar. Diese Entwicklung der Linguistik wird bis 1966 verfolgt. Neuere Entwicklungen wie zum Beispiel die Untersuchung der Sprache im sozialen Kontext oder der Beziehung zwischen syntaktischen und semantischen Strukturen werden nicht miteinbezogen.

Da Manfred Bierwisch keine Einführung in die Linguistik beabsichtigt hat, kann man davon ausgehen, daß das Buch eher für eine/n Leser/in geschrieben ist, die/der sich schon einmal mit Linguistik beschäftigt hat. Als eine Erinnerung an die Schwerpunkte und Theorien verschiedener linguistischer Schulen ist das Buch recht hilfreich, da es kurz und auch sehr eingängig die maßgebliche Methode und Terminologie der einzelnen Schulen erklärt. Auch die historische Vorgehensweise erweist sich als sinnvoll, denn damit werden die Grundlagen, die den folgenden Generationen von Linguisten zur Verfügung standen, auch zeitlich eingeordnet. Zusätzlich beschreibt der Autor auch die Problematik der verschiedenen Schulen.

Im zweiten Teil des Buches geht es um die praktische Anwendung der Linguistik. Damit ist die Verwendbarkeit der Linguistik in realen Kontexten gemeint. Zum Beispiel beschäftigt sich Bierwisch mit dem Spracherwerb und der Poetik auf dem Hintergrund der Linguistik. Hier zeigt sich auch, inwiefern die Linguistik in Beziehung zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen steht.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Claudia Drawe. Jahr: 1998

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