Linguistik für Anfänger

Pelz, Heidrun

3. Aufl. Hamburg: Hoffmann und Campe 1998

 

Das Buch ist in 12 Kapitel unterteilt.

Kapitel 1 führt den Leser zunächst in literarische, nicht linguistische Texte, um ihn zur Beschäftigung mit Sprache zu motivieren. Auch stellt Heidrun Pelz die Frage, was Linguistik überhaupt ist. Diese Frage lässt sich nicht in zwei Sätzen beantworten, aber während des Durcharbeitens des Buches erhält man die Antwort darauf.

Das zweite Kapitel behandelt die Funktionen der Sprache im Sinne des Prager Strukturalismus, die anhand eines Kommunikationsschemas verdeutlicht werden. Die Beziehungen zwischen Sprechen und Denken erklärt die Sapir-Whorf-Hypothese.

Im folgenden Kapitel 3 wird auf das Funktionieren der Sprache eingegangen (Sprache und Semiotik). Sprache mit ihrem Zeichencharakter ist eine spezifisch menschliche Leistung, und der Gebrauch sprachlicher Zeichen ist alltäglich. Diese sprachlichen Zeichen werden hauptsächlich durch Kommunikationsmodelle, aber auch durch Zeichenmodelle von de Saussure, Ogden und Richards, Bühler (Organon-Modell), Bloomfield und Shannon und Moles veranschaulicht.

Die Kapitel 4 bis 9 greifen die Kerngebiete der modernen Linguistik auf. Der Leser wird durch die Grundbegriffe des Strukturalismus geführt. Grundlegend ist dabei de Saussures Begriffspaar "langue/parole". Sodann wird die Lehre von den Sprachlauten und ihrer Funktion, der Phonologie, und der Bildung der einzelnen Laute, der Phonetik, thematisiert. Hinzu kommt die Morphologie, die Lehre von den kleinsten bedeutungstragenden Einheiten. Hier wird die morphologische Analyse parallel zur phonologischen Analyse erläutert. Als weiteres wird auf die Syntax eingegangen. Heidrun Pelz greift zwei Grammatiken, nämlich Konstituentenstrukturgrammatik und Dependenzgrammatik, auf. Die beiden Modelle werden auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede überprüft. Es wird deutlich, dass sich die Linguistik in mehrere Ebenen aufteilt: phonologische, morphologische und syntaktische Ebene. Im Folgenden erklärt Heidrun Pelz die Lehre von der Bedeutung der sprachlichen Zeichen, also der Semantik. Dabei stellt sie beispielsweise die Wortfeld-Theorie, die strukturelle und die diachronisch-strukturelle Semantik dar.

Die Kapitel 10 und 11 stellen die Frage, ob Stilistik nur in der Literaturwissenschaft oder auch im linguistischen Bereich betrieben werden kann. Als Beispiele werden drei Stilkonzeptionen beschrieben.

Das nächste und letzte Kapitel (12) zur Pragmatik beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Sprachverhalten und sprachlichem Handeln. Die linguistische Pragmatik untersucht die kommunikative Kompetenz des Sprechers.

Das Buch richtet sich hauptsachlich an Studenten der Linguistik. Es ist gut überschaubar und durch viele veranschaulichende Beispiele relativ verständlich. Ebenfalls sind die im Anhang gestellten Übungsaufgaben hilfreich zum Verständnis.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Nadine Keppel. Jahr: 2000

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