Körpersprache

Lyle, Jane

Bindlach: Gondrom Verlag 1990

 

In acht Kapiteln beschäftigt sich Lyle mit Themen wie Haltung, Streß, Lächeln, Sprache der Freundschaft, Lügen, Attraktivität, Liebe und Werbegesten.

In Kapitel 1, " Sprache unserer Haltung", erfährt der Leser, was die Haltung eines Menschen über seine Persönlichkeit aussagt. Jeder Mensch hat seine eigene Grundhaltung, die oft an vergangenen Erfahrungen festhält; d.h. wer z.B. an Depressionen gelitten hat, wird unter Umständen immer eine niedergedrückte Haltung beibehalten. Außerdem beeinflussen die Hobbies und der Beruf ebenfalls die Haltung.

Im nächsten Kapitel spricht Lyle hauptsächlich das Thema Streß an. Sie geht unter anderem darauf ein, wie Streß abgebaut werden kann. Dies kann z.B. durch Meditieren, durch Muskelübungen oder einfach durch Weinen oder Schlafen geschehen. Hinzu kommen sogenannte Abschaltsignale, wie z.B. das Zuhalten von Ohren, um besser nachdenken zu können, und Ersatzhandlungen, die Konflikte verhindern oder beenden können. Eine Ersatzhandlung wäre z.B. das Ordnen von Gegenständen in einer Situation, in der das Nichtstun unerträglich wäre.

Im weiteren Verlauf wird die Sprache des Lächelns behandelt. Ein Mensch, der oft lächelt, wirkt immer positiver auf andere, als jemand, der selten lächelt. Wer stets unglücklich aussieht, schadet auf Dauer seiner Gesundheit. Laut Paul Ekmann läßt sich das Lächeln in drei Kategorien unterteilen. (1) Das gefühlte Lächeln ist echt und drückt Freude aus. (2) Im unglücklichen Lächeln drückt sich Kummer aus. Ist das Lächeln schief, wird dadurch oft das resignierte Akzeptieren eines grausamen Schicksals gezeigt. (3) Typisch für das falsche Lächeln schließlich sind nicht verengte Augen und nicht auftretende Lachfalten. Häufig wird es zum Beispiel von Verkäufer(innen) angewendet, die einem Kunden etwas verkaufen möchten.

Im vierten Kapitel widmet Lyle sich der Freundschaft zwischen zwei Menschen. Ausschlaggebend bei der ersten Begegnung sind hierbei vor allem die Körpersprache, die Haltung, die Gesten, die Stimme und das äußere Erscheinungsbild. Hierdurch wird das Fundament geliefert, auf dem eine Freundschaft aufgebaut werden kann. Manchmal kann sich der erste Eindruck, der schon in den ersten vier Minuten entsteht, zwar ändern, aber meistens bleibt er doch gleich.

Unter dem Stichwort "Das verflochtene Lügengewebe" geht es dann um die Beweggründe, die zum Lügen führen, und darum, wie sich erkennen läßt, ob jemand lügt.

Im sechsten Kapitel geht Lyle auf die verschiedenen Abstände ein, die ein Mensch im Kontakt zu anderen Menschen einhält. Da gibt es einmal den intimen Nahbereich (0-45 cm), in den nur Eltern, Partner, sehr enge Freunde und Verwandte eindringen dürfen. Ferner gibt es den weniger nahen, persönlichen Bereich (45-120 cm), den gesellschaftlichen Bereich (120-360 cm) und den öffentlichen Bereich (ab 360 cm). Durch das Verhalten des Gesprächspartners, z.B. durch Verteidigungsgesten oder Ersatzhandlungen, läßt sich erkennen, ob man zu weit in den Bereich seines Gegenübers vorgedrungen ist.

Die letzten beiden Kapitel des Buches, "Was ist attraktiv?" und "Direkt ins Herz", beschäftigen sich hauptsächlich mit Attraktivität, den verschiedenen Arten von Liebe und ihrer Bedeutung sowie mit den Werbegesten der Frau bzw. des Mannes. Ein wichtiger Punkt, der zur Attraktivität gehört, ist auf jeden Fall die Kleidung, sowohl Art als auch Farbe, denn sie weist z.B. auf die Persönlichkeit oder Sexualität eines Menschen hin. Doch nicht nur die Kleidung, sondern auch das Haar und die Figur spielen eine Rolle dabei, ob ein Mensch einen anderen Menschen attraktiv findet oder nicht. Besonders wichtig hierbei ist aber oft nicht nur das Aussehen, sondern auch die Haltung, die Stimme und die Körpersprache.

Im großen und ganzen kann der Leser in Jane Lyles Buch sehr viel über die unterschiedlichen Bedeutungen von Körpersprache, also z.B. von Gesten oder Haltung erfahren, wodurch er lernt, auch sich und sein Verhalten besser zu verstehen. Durch dieses Buch wird dem Leser gezeigt, wie er in welchen Situationen seine Körpersprache gezielt einsetzen kann.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Melanie Kleber. Jahr: 1999

Zurück