Grundlagen der Zeichentheorie/ Ästhetik und Zeichentheorie

Morris, Charles W.

Frankfurt/M., Berlin, Wien: Ullstein 1979

 

Dieses Werk enthält zwei Aufsätze von Charles W. Morris. Erstmals erschienen sie in englischer Sprache 1938 und 1939 unter den Originaltiteln "Foundations of the Theory of Signs" bzw. "Esthetics and the Theory of Signs". Diese Aufsätze waren für eine Enzyklopädie der Sprachwissenschaften bestimmt, an der außer Morris auch Rudolf Carnap, Otto Neurath u.a. mitarbeiteten. 1979 erschienen beide Aufsätze in der deutschen Übersetzung von Roland Posner (unter Mitarbeit von Jochen Rehbein), der auch ein Vorwort verfasste.

Der erste Aufsatz (Grundlagen der Zeichentheorie) umfasst 72 Seiten und ist in 17 Kapitel mit jeweils eigenen Überschriften gegliedert, die sieben Themengebiete behandeln ("I. Einleitung", "II. Semiose und Semiotik", "III. Syntaktik", "IV. Semantik", "V. Pragmatik", "VI. Die Einheit der Semiotik" und "VII. Probleme und Anwendungen"). Morris beabsichtigt, mit dieser Arbeit "die Wissenschaft von den Zeichen in Umrissen zu entwerfen."

Zunächst werden die Begriffe Semiotik, Wissenschaft und Semiose vorgestellt und erläutert, und es wird ihr Zusammenhang aufgezeigt.

Die nächsten drei Kapitel befassen sich mit der Sprache, wobei die Syntaktik, die Semantik und die Pragmatik zu Rate gezogen werden. So ist es dem Autor möglich, das System der Sprache zu erklären. Dann charakterisiert er die Sprache anhand der semantischen und syntaktischen Regeln und beschreibt die Anwendung dieser Regeln in Sprache.

Als nächstes wird die Pragmatik vorgestellt, und zwar: kurzer geschichtlicher Hintergrund, Definition, Sprache aus der Sicht der Pragmatik und deren Aufgaben. Nun werden auch die pragmatischen Regeln angesprochen.

Die letzten Kapitel behandeln Wechselbeziehungen zwischen Syntaktik, Semantik und Pragmatik in der Semiotik sowie Probleme und Ratschläge für die Zukunft der Semiotik.

Zuletzt wird die Wichtigkeit der Semiotik dargestellt. Auf den Seiten 91-118 folgt der zweite Aufsatz (Ästhetik und Zeichentheorie). Dieser besteht aus 13 Kapiteln. Morris zeigt hier, dass die Ästhetik eine wissenschaftliche Disziplin und ein Teil der Zeichentheorie ist. Auch hier tauchen die Begriffe Semantik, Syntaktik, Pragmatik und Semiotik auf. In dem Kapitel, das sich mit der Semiotik beschäftigt, finden wir ein Diagramm, das helfen soll, den Gebrauch der Begriffe zu festigen.

Ein Begriffsregister und ein Nachwort von Friedrich Knilli runden das Buch ab. Meiner Meinung nach ist das Buch sehr schwer zu verstehen, wenn man Anfänger auf diesem Gebiet ist. Es wird zwar vieles anhand von Beispielen erklärt, diese verwirren aber manchmal mehr, als sie helfen. Für Anfänger ist dieses Buch deshalb nicht zu empfehlen; sie sollten sich zuvor mit einer Einführung in die Semiotik vertraut machen.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Barbara Wycichowski. Jahr: 2002

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