Germanistische Sprachwissenschaft - Einführung und Grundbegriffe

Ernst, Peter

Wien: Edition Praesens 1991

 

Das vorliegende Buch soll den Studierenden eines Einführungsproseminars in die germanistische Sprachwissenschaft (an der Universität Wien) eine Arbeitsgrundlage mit Materialien zur Verfügung stellen. Es ist in seiner Anlage eher traditionell, das heißt, es wurde auf weniger verbreitete Fachbereiche (etwa die generative Phonologie) ebenso verzichtet wie auf neuartige Darstellungsmethoden. Der Verfasser versucht, auf bereits bewährte Einführungen in die germanistische Sprachwissenschaft zurückzugreifen mit der Absicht, positive Erfahrungen zu übernehmen und ihre Vorzüge zu nutzen.

Der Inhalt ist gegliedert in zehn Hauptgruppen, die jeweils durch drei bis vier Unterkapitel erläutert werden. Die Oberthemen sind: Klärung der Begriffe, Grundlagen der Sprache, Methoden der Sprachwissenschaft, Ebenen der Sprache, Phonetik, Phonologie, Morphologie, Wortbildungslehre, Syntax und Textlinguistik. Der Inhalt dieser Themen wird durch die Unterkapitel sehr verständlich differenziert, ohne daß die fachspezifische Tiefe fehlt, die für ein Einführungsproseminar wünschenswert ist.

Die Kapitel werden zyklisch, das heißt, in der Verständnisreihenfolge vom Einfachen zum Komplexen, aufgebaut. Einleitend werden fachbezogene Fragen beantwortet, die im weiteren Verlauf häufig anhand von Beispielen und Schaubildern im Detail erläutert werden. Als Anhang der zehn Oberkapitel gibt es jeweils ein Literaturverzeichnis, mit dessen Hilfe (bei Bedarf) ein noch ausführlicheres Befassen mit den Spezialgebieten erleichtert wird.

Persönliche Stellungnahme:

Die 'Germanistische Sprachwissenschaft' ist ein sehr empfehlenswertes Buch für den 'Einsteiger', der sich mit dem 'linguistischen Urwald' auseinandersetzen möchte, ohne dabei auf spezifischere Feinheiten verzichten zu müssen. Peter Ernst befaßt sich wissenschaftlich mit einer Thematik, die von vielen Verfassern durch anwenderunfreundliche Ausdrucksweisen (ein häufiges Problem der Wissenschaftler) für den Leser schnell uninteressant wird, und schafft es, trotzdem die linguistischen Verständniszusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Das Buch ist gut gegliedert und trägt so zur Verständlichkeit bei. Interessant (und nicht in jedem Sprachwissenschaftsbuch abgedruckt) und hilfreich für den Bereich der Phonetik ist das aufgeführte Transkriptionssystem der Association Phonétique Internationale (API), das die Sprachlaute (hier nur die Zeichen, die für die deutsche Sprache gelten) beschreibt.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Martin Wagner

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