Fremdsprachen richtig lernen

Krais, Arnulf

Ehningen bei Böblingen: Expert Verlag 1990

Der Leser soll durch dieses Taschenbuch zum selbständigen Lernen angeregt werden. Weiterhin möchte Krais eine zweckmäßige Auffassung vom Sprachenlernen vermitteln, die sich im leichteren, schnelleren und besseren Lernen auswirken soll. Er greift zunächst eine Pro-und-Kontra-Aufstellung von Rudolf Walter Leonhardt (aus "Die Zeit", 51/1984) zum Thema Sprachenlernen auf, um zu zeigen, aus welchem Grunde man welche Sprache lernen sollte. Die fünf anschließenden Kapitel beschäftigen sich mit den folgenden Themen.

(1) Worauf kommt es beim Sprachenlernen an? Woran es liegt, daß wir eine Fremdsprache nicht wie unsere Muttersprache lernen, und was man tun muß, um sich eine Fremdsprache anzueignen, wird in diesem Kapitel aufgeführt. Anhand eines Beispiels zeigt Krais, wie mühsam es ist, anhand eines Wörterbuches und der dazugehörigen Grammatik Sätze zu bilden, ohne Vorkenntnisse der Sprache zu haben. Die gesprochene Sprache wird in den Vordergrund gerückt. Welche Sprachauffassung man hat und welches Lernverfahren man anwenden kann, schildert er den Lesern im Anschluß.

(2) Absichten und Ziele/ Planung der Lernfortschritte. Krais zeigt in diesem Kapitel, welche Anreize man haben kann, eine neue Sprache zu erlernen. Auf anschauliche Art und Weise zeigt er Wege zur Erreichung des Ziels und macht den Lesern Vorschläge, in welchem Zeitraum sie ihr Ziel verfolgen sollten. Ein mitabgedruckter Wochen- und ein Jahresplan sollen dem Lernwilligen die Arbeit erleichtern.

(3) Gelegenheiten zum Fremdsprachenlernen und wie man sie nutzt. In diesem Kapitel geht es um Vor- und Nachteile von verschiedenen Bildungseinrichtungen und anderen Helfern (Selbstunterricht, Sprachkurse, Sprachreisen und ein Helfer, der die Zielsprache als Muttersprache spricht).

(4) Hilfsmittel und deren Gebrauch. Welche Hilfsmittel man zu welcher Gelegenheit benötigt, Vor- und Nachteile, Einsatzmöglichkeiten, Besonderheiten und diverse Möglichkeiten, wie man die verschiedenen Hilfsmittel miteinander verbinden kann, schildert uns Krais in diesem Teil (Sprachführer, Lehrwerke, Texte, Wörterbücher, Notizen, Recorder und Kassetten, Film, Funk und Fernsehen, Computer und Programme). Zu jedem dieser Hilfsmittel liefert er Checklisten mit, in denen wichtige Hinweise gegeben werden. Der Leser bekommt so einen besseren Überblick, worauf er bei der Anschaffung achten muß.

(5) Die Grundgedanken des Buches werden an Beispielen erläutert. Krais verdeutlicht anhand von ausführlichen Arbeitsvorschlägen in den Bereichen Verständigung, Lektionen, Lesen, Hören und Sprechen noch einmal, was in den vorherigen Kapiteln zum Sprachenlernen gesagt wurde. Redewendungen aus dem Türkischen mit den Hinweisen zur Aussprache sowie kurze Dialoge und Kurzgeschichten aus dem Englischen und einige weitere Übungen (jeweils mit deutscher Übersetzung und Anleitungshinweisen) machen die Theorie anschaulich.

"Fremdsprachen richtig lernen" ist allgemeinverständlich geschrieben und somit für jedermann zugänglich. Die zahlreichen Beispiele und Checklisten machen die Materie anschaulich und interessant. Der Leser wird mit eingebunden und kann sich selber überprüfen. Krais versucht, den Lernwilligen über die Logik zur anderen Sprache hinzuführen. Er gibt zahlreiche Tips und Anleitungen, wie dieses gelingen kann. Ebenfalls positiv ist die gute Strukturierung des Buches. Schritt für Schritt baut Krais den Leser auf: von der Frage "Warum eine Sprache lernen?" über "Warum diese Sprache?" und "Wie lerne ich diese Sprache am besten und in welcher Zeit?" bis hin zur Frage der Hilfsmittel und zu den Beispielen. Der Leser bekommt im Anhang dieses Buches noch Anschriften und Rufnummern von Stellen, die Informationen über Sprach- und Fernkurse, Auslandsaufenthalte und Sprachreisen haben.

Fortgeschrittene können mit diesem Buch jedoch nicht so viel anfangen, da es sich, wie oben dargestellt, mehr mit einführenden Fragen befaßt. Dennoch könnten auch für sie ein paar gute Tips dabei sein.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von René Hannebauer. Jahr: 1996

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