Einführung in die Syntax

Ramers, Karl Heinz

München: Fink 2000

 

Karl Heinz Ramers legt mit seinem Werk eine überarbeitete Fassung seiner Vorlesung zum Thema Syntax aus dem Wintersemester 1998/99 an der Universität Stuttgart vor. Er beabsichtigt, eine kompakte Übersicht über grundlegende Begriffe und theoretische Ansätze der neueren Syntaxforschung zu geben.

Im ersten Kapitel beschreibt er den Gegenstandsbereich der Syntax. Er erklärt Grundbegriffe, geht auf die verschiedenen Wortarten ein und erläutert die Konstituentenstrukturen in Form von Baumdiagrammen und indizierten Klammern. Das zweite Kapitel hat das X-bar-Modell zum Inhalt. Dieses beruht auf den Prinzipien Universalität und Lernbarkeit. Nach Chomsky vollzieht sich der jeweilige Grammatikerwerb, indem ein angeborenes, grundsätzliches Grammatikwissen mit den konkreten Daten einer Einzelsprache verknüpft wird. Im folgenden Buchabschnitt wird das topologische Stellungsfeldermodell behandelt. Ihm zugrunde liegen die Satzklammern, die durch finite und infinite verbale Teile gebildet werden.

Kapitel 4 geht auf die Valenzgrammatik ein. Sie geht auf Tesnière zurück. Hier werden die Relationen zwischen Satzteilen als Dependenzbeziehungen gesehen. Die zentrale Stellung im Satz nimmt bei dem französischen Sprachwissenschaftler das Verb ein, von dem alle anderen Satzteile abhängen.

 Im nächsten Kapitel geht es um die Kasus- und Theta-Theorie der generativen Syntax. Die Kasus-Theorie überprüft die Wohlgeformtheit von Nominalphrasen in syntaktischen Strukturen. In der Theta-Theorie werden die Relationen zwischen einem Verb und seinen Argumenten bzw. den Rollen, die das Verb vorgibt, erläutert. Das sechste Kapitel dreht sich um Bindung und Rektion, das sog. GB-Modell (Government and Binding Theory). Der Gegenstand der Bindungstheorie sind Koreferenzbeziehungen zwischen sprachlichen Ausdrücken. Die Rektion beschreibt Einschränkungen für Bewegungen in Sätzen. Der letzte Abschnitt verweist auf das minimalistische Programm. Dies ist eine Modifikation des GB-Modells, welches die Strukturebenen und Prinzipien auf das konzeptuell Notwendige beschränkt. An dieser Weiterentwicklung wird momentan noch gearbeitet.

Dem Autor gelingt es, einen verständlichen Einblick in die moderne Syntaxforschung zu geben. Er stützt sich vor allem auf Chomsky, spricht aber auch andere Theorien an. Der Vertiefung dienen Übungsaufgaben, die leider nirgendwo aufgelöst werden. Trotzdem: auch für Anfänger legt Ramers eine nützliche Einführung in die Satzbaulehre vor.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Markus Berndsen. Jahr: 2002

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