Einführung in die Semiotik

Eco, Umberto

München: Wilhelm Fink

 

Dieses Buch beschäftigt sich in vier umfangreichen Kapiteln eingehend mit dem Gegenstand der Semiotik. Es möchte zum Verständnis der allgemeinen Lehre von Zeichen beitragen und einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Wirkungs- und Forschungsbereiche der Semiotik liefern.

Zur Lektüre dieses Buches sind einige Vorkenntnisse der Linguistik erforderlich, vor allem die Thesen von Peirce und Morris sollten zumindest in Ansätzen bekannt sein, da diese an einigen Stellen vorausgesetzt werden.

Das Buch ist eine Sammlung von verschiedenen Artikeln, welche die einzelnen Kapitel darstellen. Somit könnte auch jedes Kapitel zusammenhangslos gelesen werden.

Nach einer langen Einleitung geht Eco im ersten Kaptitel auf „Signal und Sinn“ ein, wobei er den Begriff des Codes genauer definiert.

Anhand eines leicht verständlichen Beispiels macht er hier komplexe Zusammenhänge klar und versucht sich an der Erläuterung des Begriffs „Code“.

Von der „Welt des Signals“ geht er über zur „Welt der Sinne“ dann zur „ästhetischen Botschaft“ bis hin zur „semiotischen Definition der Ideologien“. Sogar die Rhetorik vernachlässigt er dabei nicht. Vieles wird anschaulich erläutert und durch Beispiele aus dem Alltag veranschaulicht.

Im zweiten Kapitel „Zu einer Semiotik des visuellen Codes“ wird zunächst die Berechtigung der Untersuchung im Zusammenhang der Semiotik geklärt.

Darüber hinaus wird erläutert, was ikonische Zeichen eigentlich sind, damit der Leser sich Gedanklich an der Debatte beteiligen kann.

Auch praktische Beispiele werden angeführt, der Film, die Reklame-Botschaft und rhetorische Codes werden semiotisch analysiert.

Kapitel C beschäftigt sich mit der Funktion von Zeichen und mit der Semiotik in der Architektur. Zunächst wird darauf eingegangen, was ein architektonisches Zeichen ist weiterhin erörtert, was ein Code in der Architektur eigentlich ist

Diese Codes werden klassifiziert und unter dem Gesichtspunkt der Massenkommunikation untersucht.

Das letzte Kaptitel beschäftigt sich mit „Der abwesenden Struktur“. Hierbei wird der Strukturalismus genauer untersucht und verschiedenes Denken (strukturales und serielles) untersucht. Auch die Methoden der Semiotik werden genauer erörtert.Abschließend wird ein Überblick über die semiotische Praxis geliefert.

Das Buch ist klar gegliedert, wodurch das komplexe Thema leichter zu erfassen ist.
Da man die einzelnen Kapitel unabhängig voneinander lesen kann, können auch diejenigen, die nur an einzelnen Themen Interesse haben, in dem Buch lesen.

Allerdings ist viel Hintergrundwissen erforderlich, um die sehr interessanten Zusammenhänge zu erfassen. In diesem Buch wird davon ausgegangen, dass die Semiotik alle Kulturphänomene untersucht, wodurch auch Themen behandelt werden, die man nicht unbedingt mit Semiotik in Verbindung setzen würde. Dadurch gewinnt das Thema an Spannung und ist gerade für angehende Linguisten, die tiefer in die Materie eintauchen möchten, geeignet.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Louisa Volmer. Jahr: 2005

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