Einführung in die Historische Sprachwissenschaft des Deutschen

Frey, Evelyn

Heidelberg: Groos 1994

 

Das sprachhistorische Lehr- und Übungsbuch, wie es die Autorin bezeichnet, untersucht die deutsche Sprache und deren Entwicklung von den frühesten Anfängen bis hin zur Gegenwart. Besondere Aufmerksamkeit wird der deutschen Lautgeschichte beigemessen. Neben dem Lernstoff der Historischen Sprachwissenschaft werden die verschiedenen Ansatzpunkte der Forschung vorgestellt.

Der Text ist in Kapitel bzw. Lektionen unterteilt, die thematisch aufeinander aufbauen. Begonnen wird bei der Sprachgeschichte und den Beziehungen zwischen Germanischen Sprachen. Dann beschäftigt sich die Autorin mit "Lautverschiebungen" bei Konsonanten, mit starken und schwachen Verben, Umlautung und Ausgleichsprozessen und nennt schließlich noch einige Fakten zur Schriftgeschichte. Sie erklärt auf historisch gesellschaftlicher Basis.

Abgeschlossen wird jede Lektion durch Übungsaufgaben, die auch die Funktion einer Zusammenfassung haben. Am Ende des Buches gibt es hierfür einen Lösungsschlüssel. Außerdem befindet sich dort ein "Kleines Sprachwissenschaftliches Lexikon", was die Arbeit mit dem Text erleichtern soll, meiner Meinung nach aber unzureichend ist, da einige (unklare) Begriffe, die im Text vorkommen, nicht aufgeführt und erklärt werden. Weiterhin gibt es ein kurzes Gotisches und Althochdeutsches Wörterverzeichnis, ein Namens- und Sachregister und Literaturhinweise zum Weiterlesen und Vertiefen des Themas.

Der Schwierigkeitsgrad des Textes ist äußerst unterschiedlich. Formal gesehen ist der Text leicht verständlich; die Lektionen sind durch Absätze gegliedert, die Sätze sind nicht kompliziert geschrieben oder lang, und wichtige Begriffe sind fett gedruckt hervorgehoben. Außerdem gibt es viele Darstellungen, Tabellen und Beispiele u.a. von Lautverschiebungen. Dies lässt den Text leicht verständlich erscheinen. Aber Vorsicht! Einige Beispiele werden kaum oder gar nicht erläutert, so dass man nichts mit ihnen anfangen kann. Da das Buch allerdings als Ergänzung zu einem Seminar gedacht ist, sollten diese oder andere passende Beispiele dort näher betrachtet werden. Außerdem verweist die Autorin an manchen Stellen auf Beispiele in nachfolgenden Lektionen. Das ist einmal umständlich - des Blätterns wegen - und zweitens unlogisch, weil man die Lektion noch gar nicht gelesen hat, da die Lektionen aufeinander aufbauen! Immerhin gibt es viele Fußnoten, die es ermöglichen, den Text besser nachzuvollziehen, oder ihn einfach nur ergänzen.

Um dem Inhalt des Buches folgen zu können, ist linguistisches Grundwissen Voraussetzung. Hat man sich dann erst einmal eingelesen, wird man sich nach einer gewissen Zeit an die alten Germanischen Sprachen gewöhnt haben und sie besser verstehen können.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Anke Dreyer. Jahr: 2000

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