Die Macht des Wortes

Bollnow, Otto Friedrich

2. Auflage. Essen. Neue Deutsche Schule Verlagsgesellschaft 1966

 

Anliegen

O. F. Bollnows Buch "Die Macht des Wortes" behandelt sprachphilosophische Überlegungen aus pädagogischer Perspektive. In seinem Vorwort macht er die Bedeutung der Sprache für die Pädagogik deutlich und beschreibt schließlich sein Anliegen: "In diesem Sinn möchte ich versuchen, die Aufmerksamkeit der Pädagogen auf gewisse sprachphilosophische Zusammenhänge zu lenken." (S. 12)

Inhalt/Aufbau

Das Buch gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils noch spezifischer unterteilt werden. Zuerst wird die Leistung der Sprache sowohl in der Philosophie und Pädagogik als auch in der alltäglichen Welt beschrieben (Kap. 1). Im Anschluß daran schildert der Autor konkrete Sprachsituationen, die sich mit dem ausgesprochenen Wort befassen, z.B. Wort als Name, Versprechen, Fluch, Entscheidung ... (Kap.2). Darauf folgt eine Darstellung über die Gefahren der Sprache; auch hier dienen einzelne Beispiele zur Verdeutlichung, z.B. Wort als Gerede, Schlagwort, Übertreibung ... (Kap. 3). Als letztes beschäftigt sich Bollnow mit der Macht der Dichtung im Leben, wobei er typische Genres behandelt (z.B. Kinderreim, Zitate, Gedichte) und sein Buch schließlich mit einer Abhandlung über Sprache als Magie beendet (Kap. 4).

Die Anmerkungen führen die zitierten, verwendeten und zugrundegelegten Werke und Autoren in der Reihenfolge der Fußnoten übersichtlich auf. Das Buch sollte im Zusammenhang gelesen werden, und es empfiehlt sich, auch einen Blick in die Sekundärliteratur zu werfen, um manche Theorien, die im Buch nur angeschnitten werden, einmal als Ganzes lesen zu können.

Argumentationsstruktur

Es werden viele Theorien beschrieben und beurteilt. Zu allen sprachwissenschaftlichen Theorien wird sofort ein pädagogischer Bezug hergestellt.

Persönliche Bewertung

Das Buch bietet eine interessante Verknüpfung zwischen sprachwissenschaftlichen und pädagogischen Theorien. Es liefert viele aufschlußreiche Aspekte. An manchen Stellen erscheint es mir aber zu einseitig betrachtet, da andere Perspektiven oder Argumente nicht berücksichtigt werden. Zusammenfassend kann man sagen, daß das Buch eher für pädagogisch Interessierte geeignet ist, obwohl es auch dem sprachwissenschaftlich Interessierten eine andere Betrachtungsweise der Sprache zeigen kann.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Rabea Fiedler. Jahr: 1996

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