Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod

Sick, Bastian

Köln: Kiepenheuer & Witsch 2004

 

„Deutsche Sprache - schwere Sprache.“ Dies ist ein Satz, der jedem von uns geläufig ist, den aber keiner von uns auf sich selber anwenden möchte, bzw. anwendet. Für Muttersprachler, wie wir es sind, ist die deutsche Sprache doch gar nicht so schwer.

Als ich mir dann das Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ zu Gemüte geführt habe, bemerkte ich, dass sich mit der Zeit einige Fehler in mein „ach so“ gutes Deutsch eingeschlichen haben.

Bücher über deutsche Grammatik zu lesen kann auch sehr amüsant sein. Ein Buch, bei dem man nicht jedes Wort nachschlagen muss, bringt selbst faule Studenten dazu, zumindest die ersten Seiten zu lesen.

Natürlich muss man diese Schreibweise Bastian Sickhoch anrechnen, immerhin bringt er uns dazu, ein Buch über die deutsche Grammatik zu lesen.

Auf eine spielerische Art und Weise habe ich lernen können, wie man den Genitiv richtig anwendet. Bastian Sick greift sehr viele Aspekte der deutschen Sprache auf und versucht diese anhand von Beispielen zu verdeutlichen. Seine Fallbeispiele sind leicht nachvollziehbar und prägnant, so dass man diese auch im Alltag anwenden kann.

Was das Buch auf den ersten Blick interessant macht, ist der Aufbau durch in sich geschlossene Kapitel, die immer eine etwas außergewöhnliche Überschrift tragen. Der Vorteil: Man kann sich zu jeder Tageszeit und Tagesform in jedes Kapitel einlesen. So schreibt er „Sie können es von vorn nach hinten lesen oder von hinten nach vorn oder einfach irgendwo mittendrinanfangen.“. Da freuen sich diejenigen, denen es schnell zu langweilig wird. Das kann hier „unter Garantie“(vielleicht doch eher „garantiert“) nicht passieren, weil man ständig darauf aus ist, seine eigenen Fehler zu finden und diese selbstverständlich auch zu korrigieren. Zwar gibt Bastian Sick nicht immer die richtige Lösung an, doch wenn er etwas kritisiert, weiß man: Hier stimmt was nicht!

Dieses Buch lässt nichts unberührt, sogar der Kanzler muss dran glauben. Normalerweise müsste ihm ein Sprachgenie zur Seite stehen, doch das dem nicht so ist, zeigt „Mr. Sick“ in seinem Buch.

Das er auch mit Anglizismen gewisse Probleme hat, macht er in dem Kapitel „Er designs, sie hat recycled, und alle sind chatting“ deutlich. In einigen Teilen der deutschen Sprache würden wir auch ohne Anglizismen auskommen, ob „heruntergeladen“ einem auch so locker wie „downgeloadet“ über die Lippen kommt, sei dahingestellt.

Im Ganzen ist dieses Buch sehr gelungen. Seine ironische, auch lustige Art jemanden zu amüsieren und gleichzeitig zu belehren, hat mich dazu gebracht, das gesamte Buch in einem durchzulesen.

Dieses Buch wird auch denjenigen helfen aus dem „Irrgarten“ zu entkommen und noch „Ende dieses Jahres“ ein passables Deutsch zu sprechen. Glückwunsch denjenigen, die bereits alles wussten.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Yeliz Özdogan. Jahr: 2005

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