Contemporary Linguistics. An Introduction

O'Grady, William/ Dobrovolsky, Michael/ Aronoff, Mark

New York: St. Martin's Press 1989

 

Das Buch, eine umfassende Einführung in die Linguistik, gliedert sich in fünfzehn Kapitel, die sich sowohl mit den klassischen linguistischen Ebenen Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik beschäftigen als auch mit relativ neuen, interdisziplinären Teilgebieten wie Computer- oder Neurolinguistik. Nach einem kurzen Einführungskapitel, in dem auf die Einzigartigkeit menschlicher Sprache aufmerksam gemacht wird, folgen fünf Kapitel, die den klassischen linguistischen Ebenen Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik gewidmet sind. Das 7. Kapitel, "Historical Linguistics", analysiert Ursachen und Wirkungen des Sprachwandels. Im nächsten Kapitel, in dem es um Sprachtypologie geht, wird sowohl die Möglichkeit vorgestellt, Sprachen synchronisch aufgrund struktureller Unterschiede zu klassifizieren, als auch diachronisch, d.h. unter Berücksichtigung ihrer gemeinsamen historischen Entwicklungsgeschichte. Kapitel 9 beschäftigt sich mit Neurolinguistik, einem interdisziplinärem Teilgebiet, das sich mit der Frage auseinandersetzt, wo und wie Sprache anatomisch und physiologisch im Gehirn verarbeitet wird. Eine weitere fächerübergreifende Teildisziplin, die Psycholinguistik, wird in den folgenden beiden Kapiteln behandelt, wobei sich das 10. Kapitel primär damit beschäftigt, welche psychologischen Faktoren beim Erwerb der Muttersprache involviert sind, während das 11. Kapitel den Fremdsprachenerwerb thematisiert. In Kapitel 12 werden dem Leser die wichtigsten Aspekte der Soziolinguistik vorgestellt, wobei Begriffe wie Dialekt, Soziolekt, Slang etc. ausführlich erläutert werden. Das nächste Kapitel setzt sich mit verschiedenen Schriftsystemen auseinander und kontrastiert diese anschaulich. Im vorletzten Kapitel werden Kommunikationssysteme aus der Tierwelt im Gegensatz zur menschlichen Sprache vorgestellt. Ein weiteres, relativ spezielles Teilgebiet, das in anderen Einführungswerken nur selten thematisiert wird, die Computerlinguistik, wird im letzten Kapitel behandelt.

Jedes Kapitel ist klar strukturiert und bietet eine Vielzahl graphischer Illustrationen. Die Beispiele, die die komplexe Materie veranschaulichen, sind nicht nur aus dem Englischen gewählt, sondern geben dem Leser Einblicke in die verschiedensten Sprachen. Die Zusammenfassung am Ende des Kapitels, die das Thema noch einmal komprimiert darstellt, trägt neben den Graphiken und Beispielen zum Verständnis der Thematik bei. Außerdem bekommt der Leser am Ende eines Kapitels ausführliche Literaturempfehlungen, die zum Weiterlesen anregen, sowie Fragen, anhand deren er sein Wissen überprüfen kann.

Da jedes Kapitel in sich geschlossen ist, hat der Leser die Möglichkeit, je nach seinem Interesse bei der Lektüre bestimmte Schwerpunkte zu setzen und andere Kapitel auszulassen. Daher bin ich der Meinung, daß dieses Buch sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene hervorragend geeignet ist.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Martin Hax. Jahr: 1996

Zurück