Bad Language

Andersson, Lars Gunnar/ Trudgill, Peter

London: Penguin 1990

Dr. Lars Gunnar Andersson, Dozent für Linguistik an der Universität in Gothenburg, und Prof. Dr. Peter Trudgill, Soziolinguist an der Universität in Essex, gehen in ihrem Buch "Bad Language" auf 195 Seiten mit allzu konservativen Mitgliedern der englischen Sprachgemeinschaft ins Gericht, die immer wieder den Verfall der englischen Sprache in der modernen Gesellschaft anprangern. In zehn Kapiteln setzen sie sich eingehend mit weit verbreiteten Vorurteilen auseinander und beweisen mit stichhaltigen Argumenten, daß diese Meinungen weniger auf Fakten als auf Emotionen beruhen. Während man Dialekt, Akzent oder Slang noch oft als vereinfachte, unordentliche oder minderwertige Formen einer Sprache ansieht, versuchen Andersson und Trudgill durch die genaue Darstellung ihrer Ursprünge und Charakteristika zu zeigen, daß es genauso komplexe und daher einer Standardsprache gleichwertige Sprachformen sind.

Der Leser erhält einen groben Einblick in sprachwissenschaftliche und soziolinguistische Forschungsgebiete, und mit zahlreichen Beispielen von Untersuchungen und Experimenten erläutern und festigen die Autoren ihre Standpunkte. Im Grunde unterstützen ihre Überlegungen den deskriptiven Ansatz zur Beschäftigung mit Sprache, verdeutlichen jedoch gleichzeitig die Bedeutung eines eher präskriptiven Sprachunterrichts, besonders beim Erlernen einer Fremdsprache. Sprache unterliegt Veränderungen und kann deshalb nicht als statisches Gebilde angesehen werden, was Andersson und Trudgill zu dem Schluß bewegt, daß Konservatismus gegenüber einer Sprache der falsche Ansatz ist.

Die einzelnen Kapitel sind verständlich und bauen in ihren Aussagen aufeinander auf. Argumentation und Hintergrundinformationen sind genau und für ein Buch von knapp 200 Seiten recht umfangreich,was dem Leser einen weit gefächerten und allgemeinen Blick auf das Problem erlaubt. Durch eine relativ hohe Redundanz bleibt das Eigentliche immer im Blickwinkel, auch wenn der Text bei Beispielen etwas abzuschweifen droht. Insgesamt handelt es sich um ein Buch, daß auf akademischen Jargon verzichtet und gerade deshalb die Sprachwissenschaft dem Leser etwas näher bringt, statt auf dem berühmt berüchtigten Elfenbeinturm der Wissenschaft zu verharren und sich in den unverständlichsten Fremdwörtern zu ergehen.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Adam Lisek. Jahr: 1998

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