An Introduction to Linguistics

Poole, Stuart C.

Basingstoke, Hampshire und London: Macmillan Press Ltd, Houndmills, 1999

 

Pooles Einführung in die Linguistik ist sehr übersichtlich in zwölf Kapitel gegliedert, welchen ein "Glossary", ein "Guide to Exercises", eine Bibliographie und ein Index anhängen. Am Ende jedes Kapitels werden eine knappe und sehr brauchbare Zusammenfassung sowie Übungsaufgaben zum Thema angeboten, bei deren Bearbeitung man gerade Aufgenommenes für sich wiederholen, vertiefen und selber anwenden kann. Als Hilfe dient der bereits erwähnte "Guide to Exercises", der Lösungen angibt und einen "Roten Faden" zeigt, der in freier gestalteten Antworten zu finden sein sollte. Falls der Leser an einem bestimmten Thema besonderes Interesse hat, ist es ein Leichtes für ihn, sich das passende Kapitel herauszupicken, sei es mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses oder beim einfachen Durchblättern der Seiten, wobei die auffällig großen Kapitelüberschriften sehr nützlich sind. Darüber hinaus machen die jeweils dazugehörigen Untertitel neugierig, einfach einmal in das Thema hineinzuschnuppern. Scheinen diese zunächst recht unverständlich, so ergeben sie nach der Lektüre um so mehr Sinn und bringen den Interessenten sicher zum Schmunzeln. Sollte ein Begriff unbekannt und im Text nicht näher erklärt oder noch nicht klar sein, schafft das alphabetisch geordnete "Glossary" Abhilfe. Die Handhabung des Buches ist somit meiner Ansicht nach sehr einfach und bedarf keinerlei Einarbeitung in seinen Aufbau.

Poole geht in den ersten sieben Kapiteln "What Is Language?", "Lexis", "Semantics", "Phonetics", "Phonology", "Morphology" und "Syntax" auf gängige Begriffe der Sprachwissenschaft und Methoden zur Erschließung von Sprache ein. Die folgenden Kapitel "Regional Variation" und "Social Variation" gehen den Faktoren von Sprachvariationen innerhalb von Landesgrenzen auf den Grund. In "Historical Linguistics" beschreibt der Autor Sprachen aus diachronischer Sicht, und Kapitel elf mit dem Namen "The Languages of Western Europe" schließt den rein linguistischen Teil des Werkes ab, indem auf gemeinsame Quellen und Zusammenhänge einiger indogermanischer Sprachen und Finnisch als eines dieser Gruppe nicht zugehörigen Vertreters eingegangen wird.

Das letzte Kapitel trägt den Titel "Writing Systems" und arbeitet die Unterscheidung zwischen morphemischen und alphabetischen Schriftsystemen heraus.

Alle Kapitel haben gemeinsam, daß sie sich nicht auf die anglistische Sprachwissenschaft und die englische Sprache beschränken, sondern Beispiele aus verschiedenen europäischen Sprachen geben. Das macht das Buch noch interessanter, vor allem auch für Leser, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Des weiteren kann ich das Buch in keiner Weise zu theoretisch nennen, da es außer den mehrsprachigen Exempeln mit seinen anschaulichen Erklärungen auch eine Art Anleitung und Einladung zum Mitmachen und Ausprobieren ist. Poole hat mit "An Introduction to Linguistics" die Basis für eine lebendige Sprachwissenschaft geschaffen, was sie ja auch immer sein sollte, da es in ihr eben um eines der (inter)aktivsten Dinge der Welt geht, die Sprache.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Claudia Mittmann. Jahr: 2000

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