A Dictionary of Linguistics and Phonetics

Crystal, David

3rd Edition, updated and enlarged. Oxford: Blackwell Publishers 1991

 

David Crystal war von 1975 bis 1985 Professor für Sprachwissenschaften an der Universität Reading und arbeitet zur Zeit am University College von Bangor in North Wales. Er ist bekannt als Autor und Herausgeber vieler sprachwissenschaftlicher Bücher und Zeitschriften. Besonders hervorzuheben ist die von ihm herausgegebene Buchreihe "The Language Library", zu der auch das hier vorliegende Buch gehört.

Dictionary of Linguistics and Phonetics ist ein Nachschlagewerk zu Begriffen aus dem Bereich der Linguistik und der Phonetik. Es soll ein einführendes Wörterbuch sein und erhebt daher nicht den Anspruch auf eine vollständige Sammlung der Fachterminologie.

In den Vorworten zur ersten, zweiten und dritten Auflage gibt Crystal unter anderem sein Anliegen bekannt: Den Anstoß zur Entscheidung, dieses Buch zu schreiben, bekam er von anderen Autoren seines Fachgebietes, die als Problem erwähnten, dass es einen endlosen Fluss von Terminologie gebe, der bislang nicht hinreichend sortiert und zusammengefasst worden sei. Crystal folgert daraus, dass eine verständliche Übersicht über die im 20. Jahrhundert verwendeten Begriffe aus den Bereichen der Linguistik und der Phonetik nötig sei.

Crystals Blick hinsichtlich der Zielgruppe seines Buches geht in unterschiedliche Richtungen.

Im Bereich der Lehre nennt er Berufsgruppen wie Fremdsprachenlehrende und Sprachtherapeuten, und im akademischen Bereich gibt es einige Fachgebiete zu nennen, die das Studium der Sprache als Teilgebiet enthalten: Psychologie, Soziologie, Literaturkritik, Philosophie. Dazu kommen die Studierenden der Linguistik, seien es Studierende, die nur Einführungskurse zur Linguistik und Phonetik belegen, oder solche, die sich einen tieferen Einblick in den Bereich verschaffen oder sich sogar darauf spezialisieren wollen. Da Crystal beabsichtigte, allen Adressaten gerecht zu werden, nutzte er die Liste von potentiellen Adressatengruppen, um die richtige Auswahl an Begriffen zu treffen, die im Wörterbuch vorkommen sollten.

Unter anderem nennt er folgende Argumente für seine Auswahl. Stichwörter wie Morphologie oder Strukturalismus sind unabdingbar für diejenigen, die eine Einführung in das Thema suchen. Einige Begriffe der wichtigen Theorien erwähnt und beschreibt der Autor zwar kurz, geht dabei jedoch nicht in das Detail. Auch wurden nur Begriffe eingefügt, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts etabliert haben. Wörter, die keinen produktiven Beitrag zum sprachwissenschaftlichen Studium leisten können, wie zum Beispiel Alphabet, wurden ebenso ausgelassen wie die Namen der verschiedenen Sprachen und deren Zuordnung zu Sprachfamilien, wie Indo-germanische Sprachen. Stichwörter, die aus einem Nebenbereich stammen, wie zum Beispiel viele physikalische Begriffe aus der Akustischen Phonetik, erscheinen hier ebenfalls nicht.

Neben den schon erwähnten Vorworten enthält das Dictionary of Linguistics and Phonetics eine Tabelle des Internationalen Phonetischen Alphabets, das den eigentlichen Eintragungen im Wörterbuch vorangestellt ist, und eine Bibliographie am Ende des Buches. Die Eintragungen selbst sind, wie in jedem Wörterbuch, alphabetisch sortiert, und die Stichwörter sind fett gedruckt. Nach jedem Eintrag werden Literaturhinweise gegeben, unter denen man weitere Ausführungen zu dem Stichwort finden kann und die der Autor als Quelle benutzt hat. Wie Crystal im Vorwort betont, ist es möglich, einen einzelnen Eintrag zu einem Stichwort zu lesen, ohne auf weitere Referenzen zurückgreifen zu müssen. Weitere Stichwörter, die in einem Eintrag genannt werden, sind in kleinen Kapitälchen gedruckt, so dass man trotzdem Hinweise auf Einträge bekommt, in denen diese Stichwörter vorkommen.

Zur Benutzerfreundlichkeit des Wörterbuches ist Folgendes anzumerken: Ein Absatz nach der ersten Zeile einer Eintragung vereinfacht es, das gesuchte Stichwort zu finden, und auf jeder Seite oben befindet sich neben der Seitenzahl auch das Stichwort, das auf dieser Seite als erstes vorkommt.

Ich bin mir bewusst, dass dieses Buch von einem Sprachwissenschaftler verfasst wurde. Es ist zu verstehen, dass es für einen Experten oft nicht leicht ist, den Inhalt seines eigenen Gebietes leicht verständlich zu erklären, ohne dabei zu viele Fachbegriffe zu nennen, die wiederum neue Erklärungen verlangen. Das ist sicherlich eines der großen Probleme gewesen, als Crystal dieses Wörterbuch schrieb. Daher denke ich, dass wir die Verständlichkeit des Wörterbuches der Tatsache zu verdanken haben, dass der Autor nicht nur Sprachwissenschaftler, sondern auch Dozent an der Universität ist. Denn somit hat er sicherlich besonders an die Anfänger der Sprachwissenschaft gedacht, die sich oft im Dschungel der Fachterminologie verlaufen.

Das Wörterbuch eignet sich gut als Nachschlagewerk für Studenten. Leider ist es nur in englischer Sprache erschienen. Es ist aber auch für Nicht-Anglistikstudenten gut zu verstehen, da die englische Terminologie oft ähnlich klingt bzw. geschrieben wird wie die deutsche; vgl. synchronical und synchronisch, morphology und Morphologie.

 

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Barbara Fröhlich. Jahr: 2000

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