Zur textlinguistischen Fundierung der Text- und Korpuskonversion

Autor:
Mehler, Alexander
Aufsatztitel:
Zur textlinguistischen Fundierung der Text- und Korpuskonversion

Jahrgang:
29
Heft:
01 (2005)
Seiten:
29-53
Abstract:
Die automatische Konversion von Texten in Hypertexte ist mit der Erwartung verbunden,
computerbasierte Rezeptionshilfen zu gewinnen. Dies betrifft insbesondere die Bewältigung
der ungeheuren Menge an Fachliteratur im Rahmen der Wissenschaftskommunikation.
Von einem thematisch relevanten Text zu einem thematisch verwandten Text
per Hyperlink direkt gelangen zu können, stellt einen Anspruch dar, dessen Erfüllung
mittels digitaler Bibliotheken näher gerückt zu sein scheint. Doch wie lassen sich die
Kriterien, nach denen Texte automatisch verlinkt werden, genauer begründen? Dieser
Beitrag geht dieser Frage aus der Sicht textlinguistischer Modellbildungen nach. Er
zeigt, dass parallel zur Entwicklung der Textlinguistik, wenn auch mit einer gewissen
Verzögerung, Konversionsansätze entwickelt wurden, die sich jeweils an einer bestimmten
Stufe des Textbegriffs orientieren. Der Beitrag weist nicht nur das diesen Ansätzen
gemeinsame Fundament in Form der so genannten Explikationshypothese nach, sondern
verweist zugleich auf grundlegende Automatisierungsdefizite, die mit ihnen verbunden
sind. Mit systemisch-funktionalen Hypertexten wird schließlich ein Ansatz skizziert, der
darauf zielt, den Anspruch nach textlinguistischer Fundierung und Automatisierbarkeit
zu vereinen.

A central aim of automatic text conversion relates to the development of computerbased
aids of text processing especially in the area of scientific communication. The
claim, that it should be possible to surf from a thematically relevant text to a thematically
related one just per following a hyperlink, seems now to be feasible by means of digital
libraries. But what is a proper theoretical base of text linking? This paper outlines an
answer from the point of view of text modelling. It shows that parallel to the development
of text linguistics approaches to text conversion were developed – with a certain lag of
time – each based on a certain notion of text. The paper does not only reveal the common
basis of these approaches given by the so-called explication hypothesis, but also shows
their automation limits. Finally, it outlines an approach towards systemic-functional
hypertexts which aims at integrating both demands, i.e. text linguistic grounding and
automation.

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