Graffiti

Boese, Nadine (2003)

 

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Inhalt / Abstract:

0. Einleitung  
1. Der Begriff "Graffiti"
2. Die Geschichte der Graffiti
2.1 Die Vorläufer der Graffiti  
2.2 Die Wiege der Graffiti steht in New York  
2.3 Die Graffiti bahnen sich ihren Weg nach Deutschland  
3. Die Formen der Graffiti
3.1 Einfache Formen  
3.1.1 Universale Hieroglyphen  
3.1.2 Einfache Gesten  
3.2 Verbale Formen  
3.2.1 Onomatopöien  
3.2.2 Ausrufe  
3.2.3 Aufforderungen  
3.2.4 Fragen  
3.2.5 Grußformeln  
3.2.6 Musik  
3.2.7 Schlagwörter  
3.2.8 Parolen  
3.2.9 Aphorismen  
3.2.10 Sprüche  
3.2.11 Selbstgespräche und Dialoge  
3.3 Bildformen  
3.3.1 Tiere  
3.3.2 Gegenstände  
3.3.3 Menschen  
3.3.4 Phantasiegestalten/ Totenköpfe/ Monster/ Comicfiguren  
3.4 Mischformen  
3.4.1 Einfache Mischformen aus Zeichen und Text  
3.4.2 Mischformen aus Bild und Text  
3.4.3 Komplexe Mischformen aus Objekt und Text  
3.5 New Yorker Formen  
3.5.1 Throw-Up  
3.5.2 Piece  
3.6 Sonderform Pochoir  
4. Die verschiedenen Styles 
4.1 Der Bubblestyle  
4.2 Der Blockbuster  
4.3 Der Simplestyle  
4.4 Der Semi-Wildstyle  
4.5 Der Wildstyle  
4.6 Der 3-D-Letter-Style  
5. Die Sprüher sprechen ihre eigene Sprache 
6. Rebellion der Zeichen 
7. Interview mit vier Sprühern
Abschließende Betrachtung 
Anhang  
Literaturverzeichnis


EINLEITUNG

Im öffentlichen Raum werden wir mit Bildern und Texten konfrontiert. Doch wir nehmen nicht nur Werbetafeln oder Verkehrszeichen wahr, sondern auch Zeichnungen und Schriftzüge, die von Sprühern zur „Eigenwerbung“ (van Treeck 1996 b, S. 6). angebracht wurden. Frei nach dem Motto „Schaut her, [ ], ich lebe und ich bin großartig und was ihr von mir denkt, ist mir scheißegal“ (van Treeck 1996 b, S. 7). schreiben sie ihren Namen an die Wände. Die Meinungen der Betrachter der Graffiti gehen weit auseinander.
Einerseits stellen widerrechtliche Schmierereien an Fassaden oder Zügen, hergestellt mit Filzstiften, Textmarkern oder der Sprühdose, für viele Menschen ein großes Ärgernis dar. Negativ gesehen werden auch die Einritzungen an den Fensterscheiben öffentlicher Verkehrsmittel, die durch einen spitzen Gegenstand herbeigeführt werden.
Anderseits erfreuen sich andere an einer gestalteten Häuserwand, die durch die legale Nutzung der Sprühdose oder das Verwenden einer Schablone das Stadtbild verschönert.
Beide Extreme gehören zum Phänomen Graffiti, in beiden Fällen wird Kultur ausgedrückt.
Die Frage, ob gesprühte Bilder Kunst oder Zerstörung sind, soll nicht im Fokus dieser Arbeit stehen. Stattdessen möchte ich einen Überblick über die Entstehung, die Formen und die Auswirkungen der Graffiti auf die deutsche Sprache geben. Teilweise werden Motive der Sprüher anklingen. Es wird auch dargestellt, wie sich Graffiti im öffentlichen Raum verhalten. Unter anderem wird zur Erläuterung Baudrillards Ansicht aus „Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen“ einbezogen.
Im ersten Kapitel wird die Herkunft des Begriffes „Graffiti“ beleuchtet.
Anschließend wird die Entwicklung der Graffiti dargelegt, angefangen von den Bildern der Höh-lenmenschen bis hin zu einer in New York entstandenen Jugendkultur namens HipHop, die das Sprühen von Bildern als Element in sich trägt. Die Welle der Begeisterung für diese neue Aktivität schwappte in den achtziger Jahren schließlich nach Europa auch nach Deutschland, und ist bis heute noch nicht verebbt.
Im dritten Kapitel habe ich eine eigene Einteilung der Graffiti entwickelt; sie verbindet die Kon-zeptionen von Beat Suter und Peter Kreuzer, dessen Gliederung Schmiedel, Förster, Thöle und Nelkowski in ihrem Aufsatz „Graffiti“ verarbeitet haben. Beide Unterteilungen unterschieden sich ein wenig voneinander und arbeiteten verschieden mit Beispielen sowie mit unterschiedlichen Erläuterungen. Manchmal erschien mir ein Gliederungspunkt unzureichend oder zu oberflächlich erklärt. Statt sich für eine der Einteilungsformen zu entscheiden, bot es sich an, beide miteinander zu kombinieren. Hinzugezogen habe ich außerdem das Buch „Graffiti Art#8“, in dem es um Figuren und Character geht, sowie das Buch „Spray City - Graffiti in Berlin“; aus beiden habe ich eine Zusam-menstellung der häufigsten Bildmotive erstellt.
Mit den Stilrichtungen der Graffiti und den Merkmalen der einzelnen Styles befasst sich der vierte Abschnitt.
Das fünfte Kapitel zeigt, dass die Gruppe der Sprüher einen spezifischen Sprachgebrauch, eine eigene Sprachvarietät hat. Außerdem werden einige Begriffe der Graffiti-Szene definiert. Einige werden bereits in der Ausarbeitung genutzt.
Danach steht die Frage im Mittelpunkt, ob Graffiti als Rebellion der Zeichen zu sehen sind.
Abschließend soll ein Interview mit vier Sprühern aus Cottbus einen Einblick in einzelne Sprüher-Biographien geben. Es wird aufgezeigt, wie sie den Zugang zu Graffiti gefunden haben, was ihre Motive und Ansichten bezüglich des Sprühens sind. Ihre Antworten ermöglichen aber keine Gene-ralisierung.
Einige Aspekte werden mithilfe von Photos verdeutlicht, die im Anhang zu finden sind. Die zu den Bildquellen angegebenen Zahlen entsprechen nicht unbedingt dem Jahr der Entstehung des Graffitis, sondern dem Zeitpunkt der Aufnahme.

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